Die Berliner Tafel beliefert Bedürftige während der Corona-Krise zu Hause.  Foto: Imago/Christian Ditsch

Viele Erwerbstätige müssen wegen der Corona-Pandemie, etwa durch Kurzarbeit, empfindliche Einbußen bei ihrem Einkommen hinnehmen. Doch schon vor der Krise schützte die Erwerbsarbeit nicht alle Beschäftigten vor Armutsgefährdung.

Acht Prozent der Erwerbstätigen ab 18 Jahren waren im Jahr 2019 in Deutschland armutsgefährdet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Rund 3,1 Millionen Menschen mussten also trotz Arbeit mit weniger als 60 % des mittleren Einkommens (Median) der Gesamtbevölkerung auskommen.

Überdurchschnittlich häufig betroffen waren demnach Menschen in sogenannten atypischen Anstellungen, Alleinerziehende und ältere Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahr 2018 sank die Armutsgefährdung unter den Beschäftigten der amtlichen Statistik zufolge um einen Prozentpunkt.

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Die Armutsgefährdung unter Erwerbstätigen mit einem befristeten Arbeitsvertrag lag bei 15,8 Prozent, unter Teilzeitbeschäftigten betrug sie 12,8 Prozent und lag damit ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt. Alleinerziehende waren mit einer Quote von 22,3 Prozent besonders stark betroffen. Bei Menschen ab 65 Jahren, die sich etwa ihre Rente durch Erwerbsarbeit aufbessern, war die Armutsgefährdungsquote mit 15,4 Prozent ebenfalls erhöht.

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Als armutgefährdet gilt nach der offiziellen Definition, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens - dem sogenannten Median - der Gesamtbevölkerung auskommen muss. 2019 lag die Grenze für einen Single bei einem Haushaltseinkommen von 1176 Euro im Monat. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern waren es 2469 Euro. Berücksichtigt werden dabei lediglich Beschäftigte ab 18 Jahren.

Deutschland lag dabei etwas unterhalb des EU-Durchschnitts von neun Prozent. Der jüngste Rückgang um ein Prozentpunkt zwischen 2019 und 2018 fiel stärker aus als im europäischen Schnitt. Nach Einschätzung des Bundesamts könnte eine zuletzt sinkende Zahl von atypischen Beschäftigungsverhältnissen dazu beigetragen haben.