Der Regierende Michael Müller (SPD) hat keine guten Nachrichten für die Bürger. Foto: Imago Images/Future Image/Frederic Kern

Berlin - Angesichts steigender Infektionszahlen in Berlin wie bundesweit stimmt Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) die Bevölkerung auf eine mögliche Verschärfung von Corona-Regeln ein, darunter bei den Kontaktmöglichkeiten. „Ich glaube schon, dass wir etwas neu verabreden werden“, sagte Müller vor der Senatssitzung und einer Schalte der Länderchefs mit Angela Merkel (CDU) am Dienstag.

Zuvor hatte die Kanzlerin den rot-rot-grünen Senat wegen Untätigkeit abgewatscht.

„Das muss nicht heißen, dass die Beschlüsse auch sofort umgesetzt werden“, so Müller. „Aber ich glaube, dass es Beschlüsse sein müssen, die uns schnell Handlungsmöglichkeit geben, wenn eine Situation bundesweit eskaliert oder unsere Ampeln in Berlin von Gelb auf Rot springen.“

Einen neuen Lockdown verhindern

Ziel sei es, einen Lockdown zu verhindern. „Aber wir wollen natürlich zielgerichtet agieren und jetzt nicht einfach sagen, ganz breit wird alles wieder eingeschränkt“, erläuterte Müller. „Wir werden schon genau hinsehen, wo sich die Infektionsherde befinden. Bisher ist für uns nicht erkennbar, dass Schulen, der Arbeitsplatz, die Kultur oder Sportveranstaltungen dazugehören. Vielmehr kommt es zum Beispiel bei privaten Feiern vermehrt zu Infektionen.“

Nun sei die Frage, wie man dafür einen Hebel findet. „Höchstwahrscheinlich wird es so sein, dass die Kontaktmöglichkeiten wieder eingeschränkt werden müssten.“

Zweifel an Alkoholverbot

Müller machte deutlich, dass er eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum - also auch dort, wo genügend Abstand einzuhalten ist - nicht für sachgerecht hält. Das gelte auch für ein allgemeines Alkoholverbot. „Das heißt, dass wir wahrscheinlich darüber diskutieren, ob ein Alkoholverbot oder eine Maskenpflicht zu bestimmten Uhrzeiten oder an bestimmten Orten sachgerecht ist.“