Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verkündet nach dem Corona-Gipfel die neuen Lockerungen. Foto: dpa

In der Corona-Krise können sich die Menschen in Deutschland auf erhebliche Lockerungen einstellen. Für
Geschäfte, Schulen, Gastro-Betriebe und die Bundesliga gibt es neue Beschlüsse. Getroffen wurden sie von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten. Bei der Umsetzung der neuen Lockerungen erhalten
Berlin und die anderen Bundesländer viele Freiheiten.

Geschäfte: Alle Läden in Deutschland sollen unabhängig von ihrer Größe unter Auflagen
wieder öffnen dürfen. Die Beschränkung auf eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern fällt weg. Dafür soll es Vorgaben zur maximalen Zahl von Kunden und Personal geben – abhängig von der Verkaufsfläche. Geschäfte müssen Hygieneauflagen beachten und Warteschlangen vermeiden. In Berlin können wahrscheinlich am
Sonnabend die noch geschlossenen Läden wieder öffnen.

Gastronomie: Über die Öffnung von Restaurants, Bars, Clubs und Hotels entscheiden die Länder in Eigenregie. Das gilt auch für Messen und Kinos. Als Steuererleichterung ist für Restaurants und Cafés eine Absenkung der Mehrwertsteuer geplant. Sie soll ab 1. Juli für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent reduziert werden. Das betrifft nur
Speisen, nicht Getränke. Das Land Berlin hat noch keinen endgültigen Fahrplan für eine Gastro-Öffnung vorgelegt. Die Branche rechnet mit einem Start nächste Woche. Als sicher gilt, dass eine Abstandsregel für Tische und eine Mundschutzpflicht fürs Personal kommt.

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Schulen: Der Betrieb wird schrittweise wieder aufgenommen– unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln. Jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer möglichst noch mindestens einmal in die Schule oder in die Kita gehen. In Berlin sollen Schüler der Klassen 1, 5 und 7 ab 11. Mai wieder die Schulen besuchen, ebenso wie sozial benachteiligte Schüler. Wer als sozial benachteiligt gilt, sollen die Schulen selbst bestimmen.

Bundesliga: Der Fußball darf ab der zweiten Mai-Hälfte in der 1. und 2. Bundesliga den Spielbetrieb wieder aufnehmen – allerdings ohne Zuschauer. Damit erhält die Deutsche Fußball Liga die lange erhoffte Genehmigung für Geisterspiele.  Ab dem Wochenende 16./17. Mai kann der Ball vermutlich wieder rollen. Kern der Terminfrage ist eine vorgesehene vorgeschaltete Quarantäne der Teams, die in Form eines Trainingslagers stattfinden könnte.

Sport: Breitensport unter freiem Himmel soll unter Auflagen erlaubt sein, wenn der Sport kontaktlos ausgeübt wird. Es muss eine Distanz von 1,5 bis 2 Metern eingehalten werden.

Kontaktsperre: Die bestehenden Beschränkungen werden bis 5. Juni verlängert. Aber es sollen sich wieder Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Dabei müssen sie den 1,50- Meter-Abstand einhalten.

Besuchsregeln: In Kliniken und Pflegeheimen werden die Beschränkungen von Besuchen bundesweit gelockert. Demnach soll künftig wiederkehrender Besuch durch eine bestimmte Person erlaubt sein.

Obergrenze: Die Bundesländer müssen sicherstellen, dass die Infektionszahlen nicht wieder stark ansteigen. Wenn es in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt sieben Tage lang durchschnittlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt, müssen wieder konsequente Beschränkungen umgesetzt werden.