Angela Merkel  Foto: Kay Nietfeld / POOL / AFP

Am ersten Tag der neuen Corona-Beschränkungen wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Mahnerin, sie mit Blick auch auf den Dezember einzuhalten. Denn: „Es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein“. Über die Maßnahmen sagte sie: „Sie sind hart, das weiß ich.“ Aber notwendig, denn „das Virus bestraft Halbherzigkeit“.

Merkel argumentierte nüchtern. Die Zahl der Neuinfektionen sei laut Robert Koch-Institut auf 12.079 an einem Tag gestiegen, eine Verdreifachung gegenüber der Zahl von vor zwei Wochen. Deutschlands Krankenhäuser liefen auf eine „akute Notlage“ zu, denn wer sich heute infiziere und schwer krank werde, lande erst in zehn bis 14 Tagen in der Klinik. Die Bundesregierung werde nicht zusehen, wie Krankenhäuser und vor allem das Personal an ihre Belastungsgrenze kommen.

Laut Divi-Intensivregister war die Zahl der freien Intensivbetten am Montag binnen eines Tages um 77 gesunken, 455 Patienten mit Covid-19 wurden neu aufgenommen, 61 starben in Kliniken an der Krankheit.

Die Zahl der Ansteckungen binnen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner sei auf 127,8 gestiegen. Diese Inzidenz sei zu hoch, weil die Gesundheitsämter nicht mehr herausfinden könnten, wer sich wann und wo angesteckt hat. Man müsse wieder auf eine Inzidenz von 50 herunterkommen, dafür müsste die Zahl der Kontakte um drei Viertel gesenkt werden.

„Die Maßnahmen können ein Wellenbrecher sein“, erklärte Merkel. Mit ihnen bestehe die Chance, in einem „erträglichen Dezember“ wieder zu den Schutzmaßnahmen zurückzukehren, die im Oktober galten. Sicher sei, dass es für die Wintermonate keine Partys, Feiern und Großveranstaltungen geben werde.

Die Kanzlerin wollte sich nicht auf Prognosen einlassen, ob der Teil-Lockdown mit dem November ende. Das hänge davon ab, ob sich jedermann an die Regeln hält: „Jeder hat es in der Hand.“

Merkel wies darauf hin, dass beispielsweise Restaurants und Kultureinrichtungen nicht allein gelassen würden, die Regierung bereite die Ausgabe der versprochen zehn Milliarden Euro Hilfsgeld vor. Am 16. November werde sie mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen konferieren.

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