Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU zur aktuellen Situation der Corona-Krise Foto: imago images/Christian Thiel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus eine Aufgabe von historischem Ausmaß. "Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt", sagte sie in einer Fernsehansprache, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde. "Unsere Vorstellung von Normalität, von öffentlichem Leben, von sozialem Miteinander - all das wird auf die Probe gestellt wie nie zuvor."

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Das Coronavirus verändere das Leben in Deutschland dramatisch, sagte Merkel. Sie wisse, wie hart die Schließungen etwa von Veranstaltungsräumen, Schulen, Kitas und Spielplätzen sei. "Es sind Einschränkungen, wie es sie in der Bundesrepublik noch nie gab."

Dennoch müssten die Vorschriften befolgt werden, betonte Merkel. "Ich appelliere an Sie: Halten Sie sich an die Regeln, die nun für die nächste Zeit gelten. Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch: was womöglich noch nötig ist."

Alle zählen, es braucht unser aller Anstrengung."

Angela Merkel

Das "Dringendste" sei ihr an diesem Abend die Botschaft, dass alle staatlichen Maßnahmen ins Leere gehen würden, "wenn wir nicht das wirksamste Mittel gegen die zu schnelle Ausbreitung des Virus einsetzen würden: Und das sind wir selbst", sagte die Kanzlerin. "Alle zählen, es braucht unser aller Anstrengung."

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland war am Mittwoch auf über 10.000 angestiegen. Am Mittag zählte es die in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität (JHU) 10.069 Fälle. Insgesamt 26 Menschen starben demnach in der Bundesrepublik bisher am Coronavirus. Um die Ausbreitung zu verlangsamen, wurde das öffentliche Leben in den vergangenen Tagen stark eingeschränkt.