Angela Merkel steckt im Bundestag eine Tüte mit Masken in ihre Handtasche. Foto: Tobias Schwarz/AFP

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung zum Durchhalten in der Corona-Krise aufgefordert. „Geben wir alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander Acht“, bat sie am Mittwoch im Bundestag. Sie erlebe derzeit, dass die Vorsicht der Menschen nachlasse. „Wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben.“

Die steigenden Infektionszahlen seien ein Zeichen dafür, dass die Pandemie noch lange nicht vorbei sei. „Ich bin sicher: Das Leben, wie wir es kannten, wird zurückkehren. Die Familien werden wieder feiern, die Clubs und Theater und Fußballstadien wieder voll sein. Was für eine Freude wird das sein. Aber jetzt müssen wir zeigen, dass wir weiter geduldig und vernünftig handeln und so Leben retten können.“

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Merkel sprach in der Generaldebatte zum Haushalt 2021 und betonte, sie könne in dieser Situation keine Routine-Rede halten. Alle sehnten sich wieder nach Nähe, Berührungen und Gemeinsamkeit. „Das spüre ich selbst.“  Doch klar sei: „Wir brauchen immer noch Abstand als Ausdruck von Fürsorge.“

Merkel zeigte sich angesichts der steigenden Corona-Zahlen besorgt. Sich jetzt an die Regeln zu halten, schütze nicht nur Ältere, sondern die offene und freie Gesellschaft als Ganzes. Deutschland könne durch diese Herausforderung als Gemeinschaft wachsen.  

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Merkel verteidigte die im Haushalt vorgesehene Neuverschuldung von 96 Milliarden Euro angesichts der Notsituation. Man könne nun kraftvoll auf die Krise reagieren, da es über Jahre Etats ohne Neuverschuldung gegeben habe. Um auch in künftigen Krisen handlungsfähig zu sein, gelte es, so schnell wie möglich zu einer „verfassungsgerechten Haushaltsführung“ zurückzukommen. 

Parallel gab es gute Nachrichten: Die Zahl der Arbeitslosen sank trotz Corona im September um 108.000 im Vergleich zum August – stärker als sonst nach den Sommerferien. Sie lag bei 2,847 Millionen und damit um 613.000 höher als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,2 Prozent. Auch die Zahl der Kurzarbeiter geht weiter zurück. Im Juli waren es 4,24 Millionen, der Höchststand lag im April bei 5,95 Millionen.