Tarifverhandlungen: Für Kita-Erzieher und andere soziale Berufe gibt es bald bessere Bedingungen. dpa/Julian Stratenschulte

Gute Nachrichten für die etwa 330.000 Menschen, die in kommunalen Kitas auf die ganz Kleinen achtgeben. Für sie gibt es mehr Geld und weitere Entlastungen. Die Tarifverhandlungen waren ausgesprochen zäh, waren doch Verhandlungsrunden im Februar und März ergebnislos verlaufen. Aber am Mittwochabend konnten sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaften dann doch noch einigen. Damit ist auch die Gefahr von Warnstreiks gebannt.

Nach zwölfstündigen Verhandlungen stand fest: mehr Geld und mehr Freizeit für kommunale Kita-Erziehungskräfte und andere Beschäftigte in sozialen Berufen. Dabei galt eine schnelle Einigung zunächst als recht unwahrscheinlich.

Nun will Verdi die Gewerkschaftsmitglieder in den kommenden Wochen noch über die Tarifeinigung entscheiden lassen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass der Vertrag angenommen wird.

Option: Geld in Freizeit umwandeln

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Beschäftigten zunächst pro Jahr pauschal zwei zusätzliche freie Tage erhalten. Sie sollen künftig außerdem die Option haben, Teile ihres Gehalts in maximal zwei weitere Entlastungstage umzuwandeln. Damit wären jährlich bis zu vier zusätzliche Erholungstage möglich. Die Option, Geld in freie Tage umzuwandeln, bezieht sich konkret auf eine neue Zulage, die die Beschäftigten ab Juli erhalten sollen: Erzieher bekommen dann monatlich 130 Euro mehr. Für Sozialarbeiter gibt es ebenfalls ab Juli 180 Euro zusätzlich.

Darüber hinaus wird jetzt die Berufserfahrung höher bewertet und honoriert. Nämlich so, wie es jetzt schon im öffentlichen Dienst gehandhabt wird. Die Zeit, die die Beschäftigten in einer Gehaltsstufe bleiben, bevor sie in die nächste aufsteigen, soll zum 1. Oktober 2024 an die allgemeinen Stufen im öffentlichen Dienst angepasst werden. Damit steigen die Gehälter künftig schneller.

Von der neuen Vereinbarung profitieren Beschäftigte in allen Bundesländern – außer in Berlin. In der Hauptstadt haben nach Verdi-Angaben andere Tarifregelungen Vorrang. Die Gewerkschaften gehen aber davon aus, dass die Ergebnisse auch auf Beschäftigte anderer Bereiche „ausstrahlen“ dürften.

Das Tarifergebnis hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2026.