Erst geschlossen mangels Nachfrage, jetzt wieder offen, mit Schlangen: Das Impfzentrum Zorbau in Sachsen-Anhalt. Foto: dpa/Jan Woitas

Die Zahl der Menschen, die seit Anfang 2020 in Deutschland mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sind, ist auf 100.119 gestiegen. Das meldete das Robert Koch-Institut am frühen Donnerstag. Binnen 24 Stunden waren zuvor 351 Menschen dem Corona-Virus erlegen. Im gleichen Zeitraum wurden fast 76.000 neue Ansteckungen registriert.

In die Sterbe-Statistik fließen alle Fälle ein, bei denen Covid-19 als Ursache des Todes feststeht, oder die Infektion andere schwere Erkrankungen begleitet.

Im Vergleich zum Januar, als täglich teilweise weit über 1000 Menschen an Corona starben, liegen die Todeszahlen noch niedrig. Mediziner begründen das damit, dass vor allem sehr viele ältere Menschen geimpft sind. Diese Gruppe war 2020 und bis ins Frühjahr 2021, als die Impfungen losgingen, von extremer Sterblichkeit durch die Krankheit betroffen.

Die Impfquote in Deutschland nimmt nur langsam zu, noch immer sind unter 70 Prozent der Menschen nicht vollständig immunisiert. Allerdings hat der Andrang in den letzten Tagen sprunghaft zugenommen, pro Sekunde gibt es jetzt über fünf Pikse.

Die Ampel-Parteien wollen Anfang Dezember über schärfere Corona-Maßnahmen in Deutschland beraten. „Wir haben uns zehn Tage Zeit gegeben, um zu sehen, sind wir bei den Booster-Impfungen, sind wir bei den Schutzmaßnahmen weit genug gekommen“, sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Der neue Bund-Länder-Krisenstab solle die Situation täglich unter die Lupe nehmen. 

Es könnte sein, dass einzelne Bundesländer schon vorher tätig werden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schließt nicht aus, dass es in seinem Land einen Lockdown vor Weihnachten geben werde. Sachsen verzeichnet eine Inzidenz von 1075 Ansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohner, im Bundesschnitt sind es 420.