Im 15. Wahlgang wurde Kevin McCarthy zum Sprecher des Repräsentantenhauses gewählt.
Im 15. Wahlgang wurde Kevin McCarthy zum Sprecher des Repräsentantenhauses gewählt. AFP/Win McNamee

Der Republikaner Kevin McCarthy ist nach einem historisch langwierigen Machtkampf aller Voraussicht nach zum neuen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses gewählt worden. Das ergab sich aus dem Ergebnis der mündlichen Abstimmung in der Nacht zu Samstag (Ortszeit), das formell noch von der Leiterin der Sitzung in der Parlamentskammer bestätigt werden musste. McCarthy wird damit die neue Nummer drei der staatlichen Rangfolge nach dem US-Präsidenten und dessen Vize. In 14 Wahlgängen zuvor war er am Widerstand parteiinterner Gegner vom rechten Rand der Fraktion gescheitert.

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McCarthy hatte bereits im 14. Wahlgang auf die Mehrheit gehofft

Nach der 14. Wahlrunde war McCarthy auf die Gruppe der Abweichler, treue Unterstützer des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, zugegangen. Dabei war es zu Tumulten gekommen. Noch am Nachmittag hatte sich McCarthy optimistisch gezeigt, bereits im 14. Wahlgang gewinnen zu können, nachdem er einige Abweichler mit Zugeständnissen auf seine Seite zog. Doch es reichte wieder nicht. 

Danach beantragte einer der Vertrauten McCarthys zunächst, die Sitzung erneut zu unterbrechen, diesmal bis Montag. Doch im letzten Moment dieser Abstimmung, als eigentlich schon eine Mehrheit für eine Vertagung stand, änderten die Republikaner in großer Zahl ihre Meinung - und ihr Stimmverhalten, um eine Unterbrechung der Sitzung doch abzuwenden. Solange eine Abstimmung noch läuft, ist es möglich, das eigene Stimmverhalten zu ändern.

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McCarthy fehlte im 14. Wahlgang eine Stimme

Kurz zuvor hatte McCarthy im Plenarsaal noch einmal kurz mit einem seiner härtesten Gegner, dem Abgeordneten Matt Gaetz, gesprochen, der sich im 14. Wahlgang enthalten und damit McCarthys erneute Schlappe besiegelt hatte. Beobachter werteten die Wende als Zeichen, dass McCarthy nun die nötigen Stimmen zusammen haben könnte. Die Kongresskammer begann daraufhin einen weiteren Wahlgang. Republikaner skandierten: „Noch ein Mal.“

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Bei diesem Versuch wählten Sie McCarthy letztendlich zum Sprecher. Sollte nun jede Abstimmung in dieser Kammer so laufen, dürften die USA nahezu unregierbar werden.