Eine Verkäuferin mit Maske: Verschiedene Bundesländer dachten an eine Abschaffung der Tragepflicht. Foto: dpa/Felix Kästle

Die Debatte kochte schnell hoch – und scheint zunächst ebenso schnell wieder abgekühlt zu sein: Die 16 Gesundheitsminister der Länder haben sich darauf geeinigt, dass die Maskenpflicht auch im Einzelhandel wie bisher gelten soll. Es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie wäre vorbei, hieß es nach einer Videokonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Am Wochenende hatte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) die Diskussion befeuert, wollte die Maskenpflicht in seinem Bundesland zum 4. August aufgehoben sehen: Mit zuletzt drei Neuinfektionen binnen sieben Tagen (0,2 auf 100.000 Einwohner) erscheint das plausibel. Ähnliche Stimmen gibt es aus Sachsen (0,3), Niedersachsen (1,6) und Sachsen-Anhalt (0,8).

Berlin (7,0) und Brandenburg (1,2) wollen vorerst an der Pflicht festhalten. Ebenso Schleswig-Holstein.  Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) warnt trotz der niedrigen „7-Tage-Inzidenz“ von 1,2: „Das Erreichte darf nicht durch Sorglosigkeit verspielt werden.“ Ähnlich  Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der es mit einer Inzidenz von 3,0 zu tun hat: Man werde in Bayern „auf keinen Fall“ die Maskenpflicht aufheben. 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ am Mittag ihren Sprecher mitteilen, was sie von einem Ende der Maskenpflicht hält: „Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.“ Am Abend folgten die Bundesländer diesem Fingerzeig.