Große Zuneigung sieht anders aus: US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman und ihr russisches Pendant Sergej Rjabkow in der amerikanischen UN-Gesandtschaft in Genf.  Foto: AFP/Denis Balibouse

In der Ukraine-Krise haben die USA und Russland bei Gesprächen in Genf zunächst auf ihren bekannten Standpunkten beharrt. Dabei ging es am Montag um den Aufmarsch russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine und die Forderung Moskaus nach Sicherheitsgarantien der Nato. Das westliche Verteidigungsbündnis wirft Russland vor, die Spannungen zu schüren und verlangt erste Entspannungsschritte von Moskau.  

Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sagte  zum Auftakt: „Die amerikanische Seite muss sich auf Kompromisse einstellen.“ Russland habe klare Positionen auf höchster Ebene formuliert, von denen „nicht einfach mehr abgewichen werden kann“. Die US-Unterhändlerin, Vizeaußenministerin Wendy Sherman, twitterte: „Wir werden uns die russischen Belange anhören und unsere eigenen mitteilen, aber wir haben klargemacht, dass wir über die europäische Sicherheit nicht ohne unsere Alliierten und Partner diskutieren.“

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba beschwor die Nato, keine Zugeständnisse zu machen. „Der Kalte Krieg ist vorbei, Einflusssphären auch.“

Die Ukraine fürchtet eine Invasion. Russland streitet solche Pläne ab, sieht sich durch die Truppen- und Waffenpräsenz der Amerikaner in Europa bedroht und pocht auf das Selbstverteidigungsrecht. Vor allem verlangt Moskau verlangt einen garantierten Stopp der Nato-Osterweiterung und einen Abzug von US-Waffen und -Truppen aus der Region. Die Amerikaner weisen das zurück. Jedes Land entscheide selbst, welchem Bündnis es beitrete.

In Brüssel tagte die Nato-Ukraine-Kommission, um das erste Treffen des Nato-Russland-Rats seit Mitte 2019 am Mittwoch vorzubereiten. Die ukrainische Vize-Ministerpräsidentin Olga Stefanschyna und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärten dabei, Russland stehe es „Aggressor“ nicht zu, Forderungen zu stellen.