Markus Söder auf dem Weg zur Pressekonferenz am Dienstag in München Foto: Sammy Minkoff/imago images

In der sich wieder verschärfenden Corona-Situation sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die kommenden vier Wochen entscheidend für Deutschland. „Wir müssen jetzt Corona ausbremsen, bevor wir eine echte Notbremsung machen müssen“, sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung der Landesregierung in München.

Laut Söder braucht es eine erweiterte Maskenpflicht in ganz Deutschland. So könne die Pandemie besser unter Kontrolle gehalten werden. Auch private Feiern müssten in den kommenden Wochen runtergefahren werden. „Wir wollen keinen zweiten Lockdown. Aber ein zweiter Lockdown rückt näher, wenn es keinen Ruck gibt“, sagte Söder.

>>> Lesen Sie hier: Fallzahl explodiert: 706 Corona-Neuinfektionen in Berlin

Wo genau es eine erweiterte Maskenpflicht brauche, das müsse an diesem Mittwoch auf der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin besprochen werden. Söder nannte als Beispiel öffentliche Plätze, öffentliche Gebäude, aber auch Fahrstühle. „Wo ist der beste Ansatz für mehr Maske“, dieser Katalog müsse nun erarbeitet werden.

Söder betonte, Bund und Länder müssten am Mittwoch einen gemeinsamen Regelungskanon beschließen, um auch die Bevölkerung für die kommenden Wochen zu motivieren. „Wir müssen der Wahrheit ins Auge schauen, wir sind in einer sehr ernsten Lage. Wir sind kurz davor, die Kontrolle zu verlieren“, sagte Söder. Dies zeige sich in vielen Nachbarländern. „Überall um uns herum gibt es extrem negative Anzeichen.“ Es sei „fünf vor 12“, noch könnten gemeinschaftlich die Weichen gestellt werden, sonst drohe die Pandemielage außer Kontrolle zu geraten, sagte Söder.

Um die Entwicklung zu stoppen, brauche es Einheitlichkeit auch in den Regionen, in denen die Zahlen derzeit noch niedrig seien. Einheitliche Maßnahmen würden nicht nur helfen, die Zahlen in den Hotspots zu senken, sondern auch dazu beitragen, dass die niedrigen Zahlen nicht ansteigen. „Corona macht an keiner Grenze halt.“