Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, öffnet Restaurants und Hotels. Schon vor Pfingsten dürfen Urlauber aus ganz Deutschland ins Bundesland. Foto: dpa

Hätte sie nicht noch zwei Tage warten können, nur zwei Tage? Manuela Schwesig, SPD-Ministerpräsidentin  von Mecklenburg-Vorpommern, macht zum 25. Mai das Bundesland für alle Deutschen auf. Gaststätten und Hotels sollen schon früher öffnen, sagt sie. Erst am Mittwoch berät aber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über weitere Lockerungen, danach will sie an die Öffentlichkeit gehen.

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Jetzt hat Schwesig dem vorgegriffen. Fleißig macht sie mit im Überbietungswettbewerb der Männer. Dieses Vorpreschen der Bundesländer passt zu Laschet, Weil und Co. Oder zu Söder. Zu der besonnenen und tapferen Landeschefin aus Mecklenburg-Vorpommern passt es überhaupt nicht. Wird sie doch für ihre Ruhe, die sie ausstrahlt, geschätzt – ähnlich wie Merkel übrigens. Warum wartet sie denn nicht bis Mittwoch? Jetzt gibt es doch einen Flickenteppich an Regelungen und der Bürger verliert den Überblick.

Dass Touristen wieder einreisen dürfen, ist sicher ein Segen für das strukturschwache Bundesland. Gastronomen aus MV haben monatelang Druck gemacht, jetzt sind sie gerettet, Arbeitsplätze sind gesichert: Das ist wirklich eine tolle Nachricht.

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Doch was passiert, wenn MV zu Pfingsten von Touris überrannt wird, weil nur hier ein Urlaub  möglich ist? Die Nachfrage bei den Hotels und Gaststätten wird  vielleicht stärker steigen als gewünscht. Sollte das Virus die bisher verschonten Ostseeinseln heimsuchen, werden die nicht gut vorbereitet sein. Rügen und Usedom haben sehr wenig Intensivbetten und auf der Insel Hiddensee gibt es nicht mal ein Krankenhaus. Schon bei eher gewöhnlichen Notfällen muss auf Hiddensee ein Hubschrauber landen, der die Patienten ans Festland bringt.

Sehr aufwändig. Wollen wir hoffen, dass in MV alles gut geht.