Friedrich Merz sucht eine mögliche Generalsekretärin für die CDU. Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Männer haben es wirklich schwer. Besonders diejenigen, die auf der Suche nach einer Frau sind. Die Frauen sind anspruchsvoller geworden. Sie wollen einen Mann auf Augenhöhe, einen, der ihnen eine eigene Perspektive verspricht. Noch schwerer haben es Männer in der Politik auf der Suche nach einer Frau. Denn die brauchen sie heute an ihrer Seite, wenn sie modern sein und etwas werden wollen. Das hat zum Beispiel SPD-Generalsekretär Klingbeil erlebt, als er eine Partnerin für die Bewerbung um den SPD-Vorsitz suchte. Er fand keine, die „hundertprozentig“ zu ihm passte, und konnte deshalb nicht antreten.

Jetzt, im Kampf um den CDU-Vorsitz, werden wieder Frauen gesucht, allerdings nur für die zweite Reihe. Friedrich Merz sucht eine als mögliche Generalsekretärin, Norbert Röttgen nicht nur eine, sondern gleich mehrere Frauen. Modern ist das nicht, denn gesucht werden Frauen nach einem anachronistischen Schema. Im Grunde ist alles wie früher. Sie sollen den Kandidaten schmücken, seine Attraktivität steigern, seine Chancen bei der Wahl verbessern, ihm weibliche Wähler zuführen. Mit Emanzipation hat das nichts zu tun.

Und was ist denn so schlecht daran, dass nach 15 Jahren Merkel auch mal wieder ein Mann allein die Nummer eins sein will? Viel wichtiger als ein schmückendes Beiwerk zu suchen, wäre es, dass Männer Frauen bei ihren Kandidaturen in den Wahlkreisen unterstützen. Aber da wollen die meisten Männer in der Politik plötzlich von Frauen nichts mehr wissen.