In Pakistan wurden Porträts von Frankreichs Präsident Macron verbrannt. Foto: Muhammad Sajjad / AP

Die Aufregung in muslimischen Ländern über Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron nimmt kein Ende, die Regierung in Paris fürchtet um die Sicherheit von Franzosen in diesen Ländern.

Zuletzt bestellte der Iran den französischen Botschafter ein, nachdem Macron erklärt hatte,  Karikaturen des muslimischen Propheten Mohammed seien von der Meinungsfreiheit gedeckt und würden nicht verboten. Er hatte das sinngemäß bei einer Gedenkfeier für den Lehrer Samuel Paty gesagt. Der war bei Paris von einem Islamisten ermordet worden, nachdem er in einer Klasse über Meinungsfreiheit gesprochen und  Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte.

Das iranische Außenministerium teilte mit: „Wir haben jegliche Beleidigung des Propheten und dementsprechend auch die Aussagen der französischen Offiziellen aufs Schärfste verurteilt.“

Das klingt fast harmlos gegenüber Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der Macron einen Besuch beim Psychiater empfohlen und eine angebliche „Lynchkampagne“ europäischer Politiker („Faschisten“) gegen Muslime mit dem Holocaust verglichen hatte. 

Das verband er mit einem Boykott-Aufruf gegen französische Produkte, wie es ihn auch in arabischen, südasiatischen und nordafrikanischen Ländern gab, samt Demos und dem Verbrennen französischer Flaggen. 

Hacker haben auf rund hundert Internetseiten von französischen Orten oder Firmen  Botschaften wie „Sieg für Mohammed, Sieg für den Islam und Tod für Frankreich“ platziert.

Aus Sorge um die Sicherheit seiner Bürger hat Paris Franzosen aufgefordert, sich in einer Reihe von Ländern von Demonstrationen fernzuhalten und sehr wachsam zu sein.

Islamisten-Demo in Bangladesh - samt der Plakatdrohung, Präsident Macron werde einen „hohen Preis“ für die Verteidigung der Meinungsfreiheit zahlen. Foto: Mahmud Hossain Opu/AP

Nachdem Außenminister Heiko Maas (SPD) bereits Solidarität mit Frankreich geäußert hatte, sagte Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne): „Erdogans neueste Verbalattacken gegen Europa - verbunden mit Beleidigungen von Präsident Macron - sind aufs Schärfste zu verurteilen.“ Er ziehe zu seiner innenpolitischen Rettung „alle Register der Unanständigkeit“, erklärte Roth, die den Stopp aller Rüstungsgeschäfte mit der Türkei und eine Überprüfung der Wirtschaftsverbindungen fordert.

Attentate auf Muslime

Weniger Aufmerksamkeit scheint es in der muslimischen Welt zu geben, wenn  Muslime Glaubensbrüder ermorden: So gab es am Wochenende an einem Bildungszentrum in Kabul ein Selbstmord-Attentat des „Islamischen Staats“ (IS). 24  Kinder und junge Leute starben, an die 60 wurden verletzt. In Pakistan starben in einer Koranschule mindestens acht Schüler bei einer Explosion, über 100 wurden verletzt.