Donald Trump.   Foto: AP Photo/Evan Vucci

Ein gewalttätiger Mob stürmt das Parlament, um gegen ein Wahlergebnis zu protestieren. Was wir bisher in Bananenrepubliken verortet haben, wurde vor unseren Augen in Washington Realität. Wer ist dafür verantwortlich? Wie konnte es so weit kommen?

Drei Gründe:

1. Die US-Politik ist vor allem eine Geschäft. Es geht um Geld, nicht um Menschen. Auf die Straße in Washington gehen viele Verlierer der Globalisierung. Diese Menschen mitzunehmen, ihnen das Gefühl zu geben, wertvoll für Amerika zu sein, wird die wohl größte Aufgabe des Präsidenten Joe Biden.

2. Viel zu lange hat die republikanische Partei opportunistisch und machtgeil hinter ihrem skrupellosen Präsidenten gestanden. Dass sich führende Köpfe jetzt von ihm abwenden, kommt viel zu spät. So braucht es jetzt einen Bruch der klar und endgültig ist. Sonst droht der Partei (oder der Demokratie in Amerika) ernsthaft der Untergang.

3. Wie kein Politiker vor ihm hat Donald Trump von einem Paralleluniversum im Internet profitiert. Dass Twitter sich jetzt von seinem Follower-König distanziert, ist nichts als Heuchelei. Jahrelang wurde jeder Schwachsinn, wurden Lügen und Aufstachelei nicht nur geduldet, sondern sogar belohnt. Die Sozialen Medien haben Trump groß gemacht. Natürlich tragen sie eine Mitschuld.

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Und Trump selbst? Der muss jetzt endlich die Konsequenzen für sein Verhalten spüren. Wer dazu aufruft, dass Parlament zu stürmen, wer zuschaut, wenn die eigenen Anhänger ins Herz der Demokratie eindringen, ohne zu handeln, der gehört bestraft. Macht ihm den Prozess. Alles andere wäre erneut ein Stück aus der Bananenrepublik.