Parkplatz Schönefeld: Die meisten der rund 760 Lufthansa-Maschinen bleiben am Boden. Foto: Tino Schöning/dpa-Zentralbild/dpa

Der Kranich hockt am Boden und verhungert: Der Lufthansa, deren Logo der große Zugvogel ist, geht wegen des Corona-bedingten Zusammenbruchs des Flugverkehrs das Geld aus. Doch ihre seit Wochen andauernden Verhandlungen mit dem Bund über eine staatliche Milliarden-Hilfe stehen kurz vor dem Abschluss. So schrieb es jedenfalls die Lufthansa (135.000 Mitarbeiter) in einer Pflichtmitteilung an die Börse.

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Schon vorher, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Entscheidungen „in Kürze“ ankündigte, stieg der Aktienkurs um sechs Prozent. Laut Lufthansa, die monatlich 800 Millionen Euro verliert, sollen neun Milliarden Euro fließen, drei Milliarden davon als Kredit der staatlichen KfW- Bank. Der Bund soll sich in einer komplizierten Konstruktion an Lufthansa beteiligen, die darauf hinausläuft, dass er mit 25 Prozent und einer Aktie eine Sperrminorität bekommt. So soll eine Übernahme des Unternehmens verhindert werden.

Die Lufthansa muss im Gegenzug einstweilen auf Dividendenzahlungen verzichten, Einkünfte des Managements begrenzen und dem Bund zwei Aufsichtsratssitze einräumen. Sollte es zu einer Einigung kommen, muss die EU-Kommission zustimmen.

EU legt Leitlinien für den Flugverkehr vor

Der Passagierbetrieb der Lufthansa, der mit Corona im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 99 Prozent eingebrochen war, soll bis Mitte Juni auf 14 Prozent des geplanten Verkehrs steigen. Ähnliche Pläne hegt auch Easyjet. Der Billigflieger, der den Betrieb Ende März eingestellt hatte, will vom 15. Juni an Strecken vor allem in Großbritannien und Frankreich bedienen.

Die EU hat unterdessen Leitlinien für den Flugverkehr vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr zu mindern. Unter anderem sollen Passagiere medizinische Masken tragen, nichts Selbstgenähtes. Jede zweite Sitzreihe und möglichst ein Sitz pro Reihe sollen wegfallen, empfehlen die EU-Behörden für Luftfahrtsicherheit und Krankheitsbekämpfung.