Er soll 270 Menschen ermordet haben
Lockerbie-Attentat: USA haben den mutmaßlichen Bombenbauer
Ein Libyer wurde von einer Miliz an die USA übergeben, die den Mann seit Jahren als Bombenbauer des Lockerbie-Attentats von 1988 im Visier hatten

Der Bombenbauer, dessen Höllenmaschine am 21. Dezember 1988 einen Jumbo-Jet über Schottland zerstörte und 270 Menschen tötete, ist offenbar in der Hand der Amerikaner. Darüber wurden die Angehörigen der Opfer informiert, teilte die schottische Staatsanwaltschaft mit.
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Libysche Miliz überstellte den Verdächtigen an die US-Behörden
Abu Agila Masud, so war im November bekannt geworden, war in Libyen von einer Miliz gefasst worden und sollte an die USA überstellt werden. Jetzt bestätigte das US-Justizministerium, man habe den Mann. Er werde vor einem Bezirksgericht in Washington erscheinen.
Es war der tödlichste Terroranschlag in der Geschichte Großbritanniens: Die Bombe hatte den Pan Am-Jumbo, der auf dem Weg von London nach New York war, über der Stadt Lockerbie zum Absturz gebracht. Alle 259 Insassen kamen ums Leben, elf Menschen wurden getötet, als Trümmerteile ihre Häuser zerstörten.
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Die Amerikaner hatten Masud schon vor zwei Jahren als Verdächtigen benannt, waren aber seiner nicht habhaft geworden. In Libyen soll er wegen Bombenbaus in Haft gewesen sein, meldete die BBC. Die USA sind an einer Strafverfolgung interessiert, weil 189 der Toten US-Amerikaner waren, die zum Weihnachtsfest in die Heimat fliegen wollten.
Ehemaliger libyscher Geheimdienstmann wurde verurteilt
Wegen des Anschlags verurteilt wurde bislang nur ein Mann: Abdel Baset al-Megrahi, ein ehemaliger libyscher Geheimdienstmann. Von Libyen ausgeliefert, erhielt er 2001 nach schottischem Recht vor einem niederländischen Gericht eine lebenslange Haftstrafe. 2009 wurde er aus humanitären Gründen entlassen, starb 2012 in Libyen 60-jährig an Krebs.
Ob der damalige libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi den Anschlag befohlen hatte, konnte trotz der Behauptungen eines ehemaligen Ministers nicht bewiesen werden. Libyen zahlte aber fast 2,5 Milliarden Dollar Entschädigung an die Hinterbliebenen.