Auf das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg wollte das Duo einen Brandanschlag verüben. Foto: Daniel Karmann/dpa

Stuttgart - Wegen anonymer Drohschreiben an Politiker, Behörden, Ministerien und Verkehrsverbünde hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart eine 39-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann als Tatverdächtige festnehmen lassen. Dies teilte die Behörde am Freitag mit. Auch gab es Durchsuchungen von fünf Objekten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt und in Berlin.

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Dem Duo wird zur Last gelegt, seit Dezember 2019 in fünf Wellen Drohbriefe an Politiker und Behörden verschickt sowie einen Brandsatz am Haus des Fleischfabrikanten Clemens Tönnies deponiert zu haben. Die Schreiben seien mit „MIlitantE ZellE (MIEZE) - vereint im Kollektiv der Revolutionären Aktionszellen (RAZ)“ unterzeichnet worden.

Am Haus des Fleischfabrikanten Clemens Tönnies sollen die beiden einen Brandsatz deponiert haben. Foto: Imago Images/Noah Wedel

Die mutmaßlichen Verfasser der Briefe sollen die Empfänger unter Androhung von Gewalt aufgefordert haben, Missstände in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen zu beseitigen und politische Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zu fokussieren, und nicht auf Wirtschaftslobbyisten. Zur Untermauerung der Forderungen waren den Schreiben Platzpatronen, Streichhölzer, Grillanzünder oder auch Messer beigelegt, wie die Staatsanwaltschaft weiter berichtete.

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Auch ein Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg soll demnach auf das Konto der Beschuldigten gehen, der Brandsatz zündete jedoch nicht wie geplant. Ihren Drohbriefen legten sie laut Ermittlern unter anderem Messer, Platzpatronen und Grillanzünder bei. Die Schreiben und die Bekennerbriefen zu den Brandsätzen unterzeichneten sie demnach im Namen eines "Kollektivs der Revolutionären Aktionszellen".