Linda Tripp spricht mit Journalisten vor dem Bundesgericht in Washington (Archivfoto). Foto: Khue Bui/AP/dpa

Die frühere US-Regierungsmitarbeiterin Linda Tripp, eine zentrale Figur im Lewinsky-Skandal um den früheren US-Präsidenten Bill Clinton, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Das teilte ihr früherer Anwalt Joseph Murta am Mittwoch mit, wie die AFP berichtet. Angaben zur Todesursache machte er nicht. Tripp hatte an Bauchspeicheldrüsenkrebs gelitten.

Tripp hatte in den neunziger Jahren im Pentagon mit Monica Lewinsky zusammengearbeitet. Die vorherige Praktikantin im Weißen Haus erzählte Tripp vertraulich von ihrer Affäre mit Clinton. Tripp begann daraufhin, ihre Telefonate mit Lewinsky heimlich aufzuzeichnen, und händigte die Bänder dem Sonderermittler Kenneth Starr aus. Sie erzählte Starr auch von dem berühmt-berüchtigten blauen Kleid Lewinskys mit den Spermaflecken des Präsidenten.

Tripp enthüllte Affäre der Praktikantin Monica Lewinsky und dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton

Tripp begründete ihre Enthüllungen unter anderem damit, dass Clinton die Praktikantin "emotional missbraucht" habe. Noch im Jahr 2018 verteidigte sie ihr Vorgehen in einer Internetsendung. Das Verhalten Clintons sei "inakzeptabel beim Anführer der freien Welt" gewesen.

Die Enthüllungen über Clintons Affäre mit Lewinsky hatten seine Präsidentschaft in eine schwere Krise gestürzt. 1998 kam es zum Amtsenthebungsverfahren, weil Clinton die Beziehung zu verschleiern versucht hatte. Die Anschuldigungen lauteten auf Meineid und Behinderung der Justiz. Das Amtsenthebungsverfahren scheiterte jedoch im Senat.

Tripp erstritt von der Regierung eine Entschädigung von mehr als einer halben Million Dollar, weil Informationen aus ihrer Personalakte an die Medien durchgestochen worden waren. Sie heiratete später einen Deutschen und eröffnete mit ihm im US-Bundesstaat Virginia ein Geschäft mit deutschen Produkten.