Für Apple war im zweiten Quartal 2021 drei Monate lang Weihnachten: Das Geschäft brummte.  AP/dpa/Mark Lennihan

Die sogenannten Tech-Riesen werden in der Corona-Pandemie immer und immer reicher. Allein Apple, Google und Microsoft fuhren im zweiten Quartal des Jahres zusammen Gewinne von fast 57 Milliarden Dollar ein. Ihr Geschäft lief dabei durchweg besser als Analysten erwartet hatten. Mehr Aktivität von Verbrauchern und Unternehmen verlagert sich ins Internet:  Google profitiert mit einem Schub bei der Online-Werbung. Apple verkauft neben dem iPhone mehr Mac-Computer und iPad-Tablets zum Arbeiten und Lernen von Zuhause. Bei Microsoft sorgt der Cloud-Boom für mehr Geschäft.

Immer wieder Weihnachten für Apple

Von Anfang April bis Ende Juni lief es für Apple so gut wie früher nur im Weihnachtsgeschäft. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 81,4 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieb ein Gewinn von gut 21,7 Milliarden Dollar übrig – 93 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das laufende Vierteljahr stellte Apple erneut zweistelliges Wachstum in Aussicht, das aber unter anderem wegen der Bauteile-Knappheit schwächer als zuletzt ausfallen werde.

Es war abermals das iPhone, das für den Großteil der Zuwächse sorgte. Der Umsatz im iPhone-Geschäft stieg um fast die Hälfte auf rund 39,6 Milliarden Dollar, wie Apple mitteilte. Der Mac-Umsatz wuchs um 16 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar, das iPad-Geschäft legte um 12 Prozent auf fast 7,4 Milliarden Dollar zu. Anleger ließen den Kurs der Apple-Aktie zunächst sinken: Sie fragen sich, wie Apple weiter gegen die globalen Lieferengpässe unter anderem bei Halbleitern stemmen kann.

Eigentlich hatte Apple um drei bis vier Milliarden Dollar niedrigere Erlöse durch knappe Bauteile für iPads und Macs vorhergesagt. Am Ende sei die Belastung geringer ausgefallen, sagte Finanzchef Luca Maestri. Im laufenden Vierteljahr aber werde es iPhone und iPad treffen – und der Negativeffekt werde höher sein, warnte er ohne genaue Zahlen. Die Engpässe wurden vor allem durch die höhere PC-Nachfrage ausgelöst.

Reklame, Reklame ... und Google kassiert 

Bei der Google-Konzernmutter „Alphabet“ stieg der Umsatz im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 62 Prozent auf rund 61,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang auf gut 18,5 Milliarden Dollar hoch - von knapp 7 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Nach wie vor ist Onlinewerbung in Googles Suchmaschine und anderen Bereichen die tragende Säule des Geschäfts.

Googles Werbeerlöse stiegen im zweiten Quartal um rund 69 Prozent auf gut 50,4 Milliarden Dollar. Am stärksten hätten zu dem Anstieg die Werbeausgaben des Einzelhandels beigetragen. Zudem hätten unter anderem auch die Reisebranche und Finanzdienstleister mehr Geld für Anzeigen ausgegeben. Die Videoplattform Youtube brachte dabei 7 Milliarden Dollar ein - nach 3,8 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Für Microsoft regnet's Geld aus der Wolke

Bei Microsoft kletterten die Erlöse in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 46,2 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn nahm sogar um 47 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar zu. Microsoft konnte sich einmal mehr auf seine lukrativen Cloud-Services verlassen. Die Azure-Plattform, die zahlreichen anderen Unternehmen und Apps IT-Dienste und Speicherplatz im Netz bietet, steigerte den Umsatz um überraschend starke 51 Prozent. Die PC-Sparte, zu der neben Windows-Software auch Hardware-Produkte wie die Spielkonsole Xbox und „Surface“-Tablets gehören, legte um 9 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar zu.