Große Lücken in Supermarkt-Regalen – wie schlimm kommt es noch? imago/Lichtgut

Wovor Discounter wie Kik und der Drogerie-Riese Rossmann bereits gewarnt hatten, ist jetzt in etlichen Filialen und Supermärkten traurige Realität: Viele Kunden blicken auf leere Regale. Doch warum ist das so?

Lieferengpässe wegen Flutkatastrophe

Einer der Gründe: Die Flutkatastrophe in Deutschland hinterlässt Spuren. In einigen Rossmann-, Lidl- und dm-Filialen im Rhein-Main-Gebiet tauchen immer wieder Hinweisschilder auf den Regalen auf, berichtet das Magazin Chip. Händler bitten ihre Kunden um Geduld, wenn sie auf leere Regalflächen stoßen.

Aus technischen Gründen sind viele Produkte derzeit nicht lieferbar, heißt es etwa bei einem Kaufland-Markt in der Nähe von Duisburg. Ähnliche Hinweisschilder entdeckte die Chip-Redaktion in einer dm-Filiale im Westmünsterland.

Welche Produkte sind besonders betroffen?

Betroffen sind offenbar Produkte wie Toilettenpapier, Shampoo oder auch Zahnpasta. Weil größere Lagerräume durch die extremen Wassermengen geflutet wurden, steht die Logistik dort still.

Doch nicht nur die Flutkatastrophe sorgt in einigen Bundesgebieten für Engpässe. Auch die Container-Krise an den Weltmeeren verschärft die Lage zunehmend.

Die coronabedingten Störungen im weltweiten Container-Schiffsverkehr sind eine der Ursachen für Materialengpässe in Europa. Sie sorgen nach Einschätzung vieler Volkswirte dafür, dass zum einen die deutsche Industrie ihre prall gefüllten Auftragsbücher derzeit nur zum Teil abarbeiten kann.

Preise werden steigen

Zum anderen könnten aber auch die Verbraucher in Deutschland die Engpässe deutlich zu spüren bekommen. So rechnen große Handelsketten in Deutschland wegen der Logistikprobleme mit steigenden Preisen.

Raoul Rossmann, Chef der Drogeriekette Rossmann, sagte dem Handelsblatt: „Der starke Anstieg bei den Frachtkosten wird auf jeden Fall zu Preiserhöhungen im Handel führen.“ Ganz ähnlich äußerte sich der Chef des Modediscounters Kik, Patrick Zahn.

Die möglichen Folgen beschrieb der Geschäftsführer des Fahrradhändlers Rose Bikes, Marcus Diekmann, dem Handelsblatt: „Das wird auf das Weihnachtsgeschäft durchschlagen“, sagte er voraus. „Wir werden eine Mega-Preissteigerung bekommen.“