Der Videodienst TikTok steht in der Kritik.
Der Videodienst TikTok steht in der Kritik. AP/Martin Meissner

Die Diskussionen um den gerade bei jungen Nutzern beliebten Internet-Videodienst TikTok wird immer lauter. Dabei ist auch immer häufiger von einem Verbot in Europa die Rede. Auch in den USA wird schon seit längerem darüber diskutiert, ob man TikTok abschalten soll.

Die EU-Kommission hat dem populären Videodienst TikTok jetzt mit schweren Konsequenzen bei Verletzung europäischer Regeln gedroht. Es sei nicht hinnehmbar, dass Nutzer von scheinbar lustigen und harmlosen Funktionen binnen Sekunden zu „gefährlichen und manchmal sogar lebensbedrohlichen Inhalten“ gelangen könnten, betonte EU-Kommissar Thierry Breton. Er sei auch besorgt über Vorwürfe, dass Journalisten ausspioniert und personenbezogene Daten an Orte außerhalb Europas (mutmaßlich nach China) übermittelt würden. TikTok sicherte in einer Reaktion zu, sich an europäische Gesetze zu halten.

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Er habe TikTok-Chef Shou Zi Chew „sehr deutlich signalisiert, dass es notwendig ist, sich verstärkt um Einhaltung der EU-Rechtsvorschriften zu Datenschutz, Urheberrechten und Online-Plattformen zu kümmern“, teilte Breton nach einem Gespräch mit dem Manager mit.

Bei TikTok kommen regelmäßig gefährliche Mutproben in Umlauf

Das neue EU-Gesetz über digitale Dienste definiert strikte Regeln für Online-Plattformen. Es sehe „abschreckende Sanktionen inklusive eines Verbots bei wiederholten ernsthaften Verstößen vor, die das Leben oder die Sicherheit von Menschen bedrohen“, unterstrich der EU-Kommissar. Ein TikTok-Sprecher sagte, dass bei der Unterhaltung ein Verbot nicht zur Sprache gekommen sei.

Bei TikTok kommen regelmäßig Mutproben in Umlauf, die gefährlich werden können – wie etwa die „Blackout Challenge“, bei der es darum ging die Luft anzuhalten bis man das Bewusstsein verliert. Zuletzt kam dabei eine Zwölfjährige ums Leben. Breton verwies darauf, dass Plattformen mit vielen jungen Nutzern eine besondere Verantwortung hätten.

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Über TikTok kommen regelmäßig gefährliche Mutproben in Umlauf.
Über TikTok kommen regelmäßig gefährliche Mutproben in Umlauf. AP/Kiichiro Sato

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Unzureichende Datensicherheit und mangelhafter Schutz junger Nutzer

Der zum chinesischen Konzern Bytedance gehörenden Video-Plattform TikTok werden schon seit einiger Zeit unter anderem unzureichende Datensicherheit und mangelhafter Schutz junger Nutzerinnen und Nutzer vorgeworfen. TikTok weist das zurück. Ein Sprecher verwies unter anderem darauf, dass europäische Nutzerdaten ab diesem Jahr in Irland gespeichert würden und der Datenfluss außerhalb Europas minimiert werde.

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In den USA hatte schon Präsident Donald Trump mit einem Verbot von TikTok im Land gedroht. Er verwies auf die Sorge, dass chinesische Behörden mithilfe von TikTok-Daten Informationen über Amerikaner sammeln könnten. Auch die Regierung von Joe Biden übt Druck auf den Dienst aus. Das Wall Street Journal berichtete zuletzt, TikTok habe Washington einen Plan zu einem weitreichenden Umbau des US-Geschäfts vorgelegt, um in den USA aktiv bleiben zu können.