Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hofft, dass die Corona-Variante XBB.1.5 sich nicht so rasend schnell in Deutschland verbreitet.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hofft, dass die Corona-Variante XBB.1.5 sich nicht so rasend schnell in Deutschland verbreitet. dpa/Kay Nietfeld

Für den Berliner Virologen Christian Drosten ist die Corona-Pandemie vorbei, Berlin und Brandenburg beraten darüber, ob möglicherweise schon im Februar die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen aufgehoben wird. Doch ist das nicht alles zu voreilig? In Europa und den USA breitet sich eine neue, gefährliche Corona-Variante blitzschnell aus. Gerade jetzt im Winter könnte sie auch in Deutschland zu einem großen Problem werden.

„Wir überwachen, ob und wie stark XBB.1.5. in Deutschland auftritt“, erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Mittwochabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Hoffentlich kommen wir durch den Winter, bevor eine solche Variante sich auch bei uns ausbreiten kann.“

Spezielle Mutation erleichtert XBB.1.5 das Andocken an die Körperzelle

XBB.1.5 ist eine Subvariante von Omikron, die sich derzeit stark in den USA ausbreitet, und führte im Nordosten der Vereinigten Staaten bereits zu einem erheblichen Anstieg der Krankenhauseinweisungen. Bis zum 28. Dezember schnellte die Zahl um 40 Prozent in die Höhe. Bei den über 70-Jährigen ist der Anstieg sogar noch deutlicher: 52 Prozent mehr als einen Monat zuvor. 

Die Virus-Variante kann den Immunschutz umgehen, der durch bisherige Corona-Wellen und Impfungen erreicht wurde. Nach Angaben von Maria Van Kerkhove, Leiterin des WHO-Programms zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, ist es die „ansteckendste Subvariante, die bislang entdeckt wurde“.

Was macht XBB.1.5 so gefährlich?

XBB.1.5 ist eine mutierte Version von Omikron XBB, einem Stamm, der erstmals im August in Indien entdeckt wurde. Der Elternstamm XBB führte in einigen Ländern zu einer Vervierfachung der Fälle in nur einem Monat.

Eine spezielle Mutation im Vergleich zu früheren Varianten, in Fachkreisen F486P genannt, ermöglicht es XBB.1.5, Covid-bekämpfende Antikörper zu umgehen, die als Reaktion auf eine Impfung oder eine frühere Infektion erzeugt wurden. Eine weitere Änderung, S486P genannt, verbessert die Fähigkeit zur Bindung an Zellen.

Es gebe bislang aber keine Anzeichen dafür, dass XBB.1.5 schwerere Erkrankungen auslöst als andere Virusvarianten. Der Anstieg der XBB.1.5-Fälle mache deutlich, wie wichtig es sei, „Covid-19 weiterhin weltweit zu überwachen“, sagte Van Kerkhove am Mittwoch in Genf. XBB.1.5 wurde bislang in 29 Ländern nachgewiesen, darunter auch Frankreich, Spanien und Deutschland. In Großbritannien macht die neue Corona-Variante in den Infektions-Hotspots bereits die Hälfte aller Fälle aus.