CDU-Chef Armin Laschet und Herausforderer Markus Söder (CSU) konnten sich bisher nicht einigen, wer Kanzlerkandidat wird. Foto: dpa/Michael Kappeler/

Der Streit der Unionsparteien um die Kanzlerkandidatur dauert an. Wie die Welt am Samstag berichtete, ging ein Gespräch zwischen CDU-Chef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder in der Nacht ohne eine Einigung zu Ende. Bisher sei nicht klar, in welchem Format und zu welchem Zeitpunkt die Beratungen fortgesetzt würden.

Am Morgen hieß es dann aus Parteikreisen, die beiden sprächen auch am Samstag weiter miteinander. Die Gespräche würden „sehr vertraulich“ geführt. Ziel sei weiterhin eine Einigung an diesem Wochenende.

Keiner der Kandidaten gibt nach

Laschet und Söder streben beide die Kanzlerkandidatur der Union an. Am vergangenen Sonntag machten sie ihre Ambitionen öffentlich, seither ist ein regelrechter Machtkampf in der Union entbrannt.

Die beiden Parteichefs hatten am Dienstag nach einem Schlagabtausch in der Bundestagsfraktion angekündigt, bis Ende der Woche eine Entscheidung herbeizuführen.

Fraktion will Kandidaten bestimmen

Während etliche Unions-Spitzen und Ministerpräsidenten auf eine rasche Lösung der K-Frage drängen, stehen Söder und Laschet auch unter wachsendem Druck aus der Fraktion. Dort gibt es Bestrebungen, die CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten in einer Kampfabstimmung am Dienstag entscheiden zu lassen, falls Laschet und Söder keine einvernehmliche Lösung finden. Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, sagte der Augsburger Allgemeinen (Samstag), die Fraktion habe bei der Frage nach dem Kanzlerkandidaten der Union ein „natürliches Mitspracherecht“.

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Auch Söder hatte darauf gepocht, das Meinungsbild der Fraktion einzuholen. Denn dort scheint Söder in der Gunst vor Laschet zu liegen. In Umfragen hat der bayerische Regierungschef in der K-Frage ebenfalls die Nase vorn.

Unions-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) warnte jedoch seine Abgeordnetenkollegen davor, die Kandidaten-Frage in der Fraktion zu klären. Dadurch „würde fünf Monate vor der Bundestagswahl eine erhebliche Beschädigung drohen – und zwar beider Personen und der Union insgesamt“, heißt es in einem der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten vorliegenden Schreiben Jungs an die baden-württembergische CDU-Landesgruppe.