Im Januar hatte Laschet (l.) bei der Stichwahl um den CDU-Vorsitz geschlagen. Jetzt bindet er ihn in sein Wahlkampfteam ein, während Söder in Bayern über seine verpasste Kanzlerkandidatur mault. Foto: imago/Hartenfelser

Während der in der Frage Unions-Kanzlerkandidatur unterlegene CSU-Chef Markus Söder keine Gelegenheit auslässt, die Entscheidung für den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet zu bekritteln, will der sich Friedrich Merz ins Wahlkampfteam holen. Den hatte er aus dem Rennen um den CDU-Vorsitz geschlagen. Mit der Personalie will Laschet die eher konservative Klientel wieder einfangen.

Der Schachzug hat auch etwas mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni zu tun: Merz wird von CDU-Anhängern im Osten sehr geschätzt.

Laschet machte die Ankündigung bei einer Videoschalte mit der CDU Baden-Württembergs, die einen Bundesvorsitzenden Merz und einen Kanzlerkandidaten Söder vorgezogen hätte. Laschet: „Die Union hat Deutschland schon durch viele schwere Krisen erfolgreich geführt, mit den richtigen Konzepten und den besten Köpfen. Friedrich Merz gehört für mich dazu. Nur im Team gewinnen wir.“  

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Laschet sagte angesichts eines Umfragerückstands: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht so tun, als wären wir so etwas wie die Grünen“. Als „CDU pur“ habe man die Chance, die Bundestagswahl im September zu gewinnen. 

Laschet wunderte sich auch darüber, dass die Söder-CSU nun als moderner dargestellt werde als er. Dabei sei es noch nicht lange her, dass die CSU etwa in der Migrationsfrage oder beim CO2-Preis alles andere als modern gewesen sei.