Angespannt: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) imago

Kurz vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen am Sonntag kam das gut für die CDU und ungelegen für die SPD: Es kam heraus, dass Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ihren erwachsenen Sohn bei dienstlichen Flügen mitgenommen hatte, zuletzt im Regierungshelikopter von Berlin nach Schleswig-Holstein. Von dort ging es zu einem Kurzurlaub nach Sylt.

Ihr Ministerium erklärte, Lambrecht habe die Mitnahme immer regelkonform beantragt und bezahlt.  SPD-Chef Lars Klingbeil sagte bei RTL: „Ich finde, das ist in Ordnung, dass auch Ministerinnen ein Privatleben haben, dass sie dann auch mit ihren Kindern zusammen sind. So lange man sich an die Vorschriften hält, ist das in Ordnung.“

Bei der Union hält man den Vorgang am Kochen, zumal die  Ministerin sich auch im Amt Patzer und Taktlosigkeiten erlaubte. Man erinnert sich an die 5000 Helme für die Ukraine und die sofortige Entlassung von Ministeriumsmitarbeitern nach ihrer Ernennung. Fraktionsvize Johann Wadephul forderte „umfängliche“ Transparenz und meinte, Lambrecht zeige „mit ihrer zurückhaltenden Reaktion auf die Vorwürfe, dass ihr das notwendige Amtsverständnis fehlt.“

Lambrecht hatte zuvor im ZDF Verständnis für Kritik an dem Mitflug geäußert. Sie kündigte Konsequenzen an, damit solche Vorwürfe künftig nicht mehr möglich seien. Details nannte sie nicht. Sie führte aus, als Ministerin habe sie sehr wenig Zeit für Privatleben. „Aber mir ist es als Mutter auch wichtig, den Kontakt zu meinem Sohn zu halten.“