Polizisten stellen sich in Almaty Demonstranten entgegen. AP/Vladimir Tretyakov

In Kasachstan droht sich die Lage weiter zuzuspitzen. Nach tagelangen schweren Unruhen mit Dutzenden Toten hat der Präsident der ehemaligen Sowjetrepublik, Kassym-Jomart Tokajew, den Sicherheitskräften einen Schießbefehl für den Fall weiterer Proteste erteilt.

In einer Fernsehansprache bezeichnete Tokajew Demonstranten als Terroristen und vom Ausland gesteuert. Vor allem in der Millionenmetropole Almaty im Südosten des zentralasiatischen Landes ist die Lage äußerst angespannt und unübersichtlich. Dort sollen sich bewaffnete Demonstranten im Gebäude eines Fernsehsenders verschanzt haben. Solche Informationen sind derzeit allerdings kaum zu überprüfen. Immer wieder wird das Internet abgestellt, die kasachische Grenze wurde für Ausländer geschlossen.

44 Tote bei Unruhen in Kasachstan

Nach Angaben des Innenministeriums wurden bei den Unruhen der vergangenen Tage 26 Demonstranten und 18 Soldaten getötet. Auslöser der Proteste waren stark gestiegene Gaspreise. Auf Bitten der kasachischen Regierung hat Russland im Rahmen eines gemeinsamen Militärbündnisses Soldaten geschickt. Sie sollen örtliche Sicherheitskräfte unterstützen.