Gedenkstätte Buchenwald (Archivbild)
Gedenkstätte Buchenwald (Archivbild) dpa/Martin Schutt

Schlimmer Anschlag auf die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Unbekannte haben mehrere zur Erinnerung an die Opfer des KZs gepflanzte Bäume abgesägt. Sieben Bäume wurden zerstört, twitterte die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora am Mittwoch. Einer der Bäume war den Angaben zufolge den getöteten Kindern von Buchenwald gewidmet.

Der Leiter der Gedenkstätten-Stiftung, Jens-Christian Wagner, sprach von einem „Schlag ins Gesicht der Opfer und ihrer Angehörigen“. „Bäume abzusägen, die den in Buchenwald getöteten Kindern und weiteren KZ-Opfern gewidmet sind, ist derart schändlich, dass mir die Worte fehlen“, schrieb er in einer persönlichen Nachricht auf Twitter. Dies zeige, dass es in Weimar offensichtlich ein Neonazi-Problem gebe.

Thüringens Ministerpräsident Ramelow: „Feige Tat schmerzt“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte an, er werde sich an der Neupflanzung beteiligen. „Aber diese feige Tat schmerzt“, erklärte Ramelow am Donnerstag auf Twitter. „Wenn Bäume abgesägt werden, weil man die Erinnerung an die Gräueltaten auslöschen will, dann begeht man die Tat erneut.“

Die Bäume wurden unter anderem von der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora in Zusammenarbeit mit der Organisation Lebenshilfe Weimarer Land im Gedenken gepflanzt. Neben den Kindern sind die Bäume unter anderem den ehemaligen KZ-Insassen Emil Carlebach, Erich Loch und Marcel Dassault gewidmet.

Die zerstörten Bäume gehörten den Angaben zufolge zum Projekt „1000 Buchen“ der Lebenshilfe, die dieses im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 angestoßen hatte. Entlang einer Route, auf der KZ-Häftlinge im April 1945 von der SS in Richtung des Konzentrationslagers Flossenbürg getrieben wurden, pflanzen seitdem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Bäume an Straßen oder landwirtschaftlichen Wegen.

Die Gedenkstätte Buchenwald erinnert an die etwa 56.000 Menschen, die dort in der NS-Zeit getötet wurden.