Strommasten in der Nähe des Kernkraftwerks Bugey in Zentralfrankreich.
Strommasten in der Nähe des Kernkraftwerks Bugey in Zentralfrankreich. dpa/Laurent Cipriani

Frankreich führt einen sogenannten Strom-Wetterbericht ein, doch der Name täuscht: Denn das Land hat seine Stromversorgung ganz wesentlich auf Atomkraft gebaut, Strom aus erneuerbaren Energien machen dort weniger als 20 Prozent des Strommixes aus. Es geht also nicht um eine mögliche Windflaute, sondern um die Probleme mit Atomkraftwerken, die in Frankreich eigentlich fast 70 Prozent des benötigten Stroms erzeugen sollten.

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Viele Atomkraftwerke in Frankreich außer Betrieb, Deutschland hilft mit Ökostrom aus

Doch viele AKW im Land sind nicht funktionstüchtig, weisen zum Teil gravierende Sicherheitsprobleme auf. Der historisch trockene Sommer verstärkte die Krise, sodass mangels zur Kühlung benötigten Wassers mehrere Meiler vom Netz genommen wurden. Den fehlenden Strom bezog Frankreich wiederum aus Deutschland, wo vor allem durch die vorhandenen Wind- Wasser- und Solarkraftwerke genug Strom vorhanden ist, um Frankreich teilweise mit zu versorgen.

Doch weil Strom im Winter zeitweise grenzüberschreitend knapp werden könnte, greift die französische Regierung jetzt zu drastischen Maßnahmen. Dazu gehört der sogenannte Strom-Wetterbericht, der jedoch eher eine Strom-Ampel ist. Laut der französischen Zeitung Le Parisien stellt der französische Netzbetreiber RTE die Daten auf einer Website namens ÉcoWatt zur Verfügung. Gezeigt wird außer dem aktuellen Stand eine Vorschau auf die jeweils kommenden drei Tage.

Steht die Stromampel auf Rot, bleiben Trockner und Backofen aus

Steht die Ampel auf Grün, brauchen sich Versorger keine Sorgen zu machen. Gelb steht dafür, dass das System an die Belastungsgrenzen kommt. Bei Rot drohen zeitweise Unterbrechungen der Stromversorgung, die Verbraucher sind also dringend zum Handeln aufgerufen. So sollen dann etwa morgens und vormittags und abends stromintensive Geräte wie Waschmaschinen, Trockner und Backöfen aus bleiben. Der Fernseher als Informationsmedium könne jedoch auch in den belasteten Zeiten an bleiben. 

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Die Regierung erhofft sich laut dem Bericht, dass sich vier von fünf Haushalten an die Vorgaben halten. Zwang ist bislang nicht vorgesehen.