Ein Airbus A400M der deutschen Luftwaffe steht auf dem Flughafen von Taschkent. Die Bundeswehr hat weitere deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte aus Kabul evakuiert. Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpa

In Einzelfällen sind auch Afghanen über Evakuierungsflüge zurück nach Deutschland gekommen, die zuvor hierzulande schwere Straftaten verübt hatten und abgeschoben worden waren. Bei einer „niedrigen einstelligen Zahl“ habe man bei der Einreise festgestellt, dass sie hier bei der Polizei auffällig geworden seien, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. 

Zuvor hatte „Focus Online“ berichtet, dass die Bundespolizei am Wochenende die Einreise von drei Afghanen gestoppt habe, die wegen diverser Straftaten wie Vergewaltigung und Rauschgifthandels aus Deutschland ausgewiesen worden seien. Nach der Ankunft mit einer Evakuierungsmaschine hätten sie einen erneuten Asylantrag gestellt.

Sicherheitsüberprüfung erst bei der Einreise

Um lokale Mitarbeiter der Bundeswehr oder ausländischer Hilfsorganisationen angesichts des rasanten Vormarsches der Taliban schnell außer Landes zu bringen, dürfen mit Evakuierungsflügen auch Menschen nach Deutschland einreisen, die nicht zuvor ein Visum erhalten haben. Die dabei übliche Sicherheitsüberprüfung findet dann erst bei der Einreise statt.

Es sei „kein völlig neues Szenario“, dass Menschen nach Deutschland kämen, die zuvor abgeschoben worden seien, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Grundsätzlich sei es auch möglich, einen neuen Asylantrag zu stellen. Abschiebungen in das Krisenland hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor Kurzem bis auf Weiteres ausgesetzt.