Flaute für die Schifffahrt: Der deutsche Export von Maschinen und Autos schwächelt. Foto: Christina Sabrowsky/dpa

München - Die Stimmung in vielen deutschen Konzernen ist nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte trotz Corona optimistisch. Deloitte hat 100 Finanzvorstände von Großunternehmen befragt - allerdings kurz vor dem erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen. Ergebnis: „Nur bei 23 Prozent herrscht noch der Krisenmanagement-Modus, während sich 39 Prozent bereits in der Erholungsphase und weitere 38 Prozent schon zurück auf ihrem Vorkrisen-Wachstumskurs sehen“. 

Vor allem Bereiche wie die Konsumgüterbranche und die Immobilienwirtschaft rechneten mit einer raschen Rückkehr auf das Vorkrisenniveau. Die Investitionspläne der Chemie seien deutlich positiv.  Exportorientierte, für die Volkswirtschaft wichtige Branchen wie  Maschinenbau und  Autoindustrie litten dagegen weiter. Hier erwarte jedes dritte Unternehmen frühestens 2022 einen Umsatz wieder auf Vorkrisenniveau.  

Für die deutsche Konjunktur seien die meisten Finanzvorstände optimistisch, für  Eurozone und  USA pessimistisch. Frankreich, Spanien und Großbritannien seien in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Hinzu kämen Risiken wie der Brexit. Daher sei nach dem Konjunkturabsturz und der kräftigen Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft jetzt ein langsameres Wachstum realistisch - vorausgesetzt, es gebe keine neuen Lockdowns. Dass es über mehrere Quartale steil aufwärtsgehe und das Ausgangsniveau rasch wieder erreicht werde, sei  fraglich.