Das Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg an der Elbe wird nach nicht einmal fünf Jahren Betrieb stillgelegt. Foto: Markus Scholz/dpa

Bonn - Für eine staatliche Gegenleistung von 317 Millionen Euro legen Stromproduzenten zum 1. Januar 2021 elf Kohlekraftwerksblöcke an zehn Standorten mit einer Gesamtleistung von knapp 4,8 Gigawatt still. Angepeilt waren nur vier Gigawatt. Das ist das Ergebnis einer  Versteigerung durch die Bundesnetzagentur. Den Zuschlag erhielten die Unternehmen, die pro vermiedener Tonne des Klimagases CO2 den geringsten Preis verlangten.

Stillgelegt werden soll unter anderem Vattenfalls Hamburger Kraftwerk Moorburg (zwei Blöcke), das erst 2015 in Betrieb genommen worden war. Außerdem Blöcke unter anderem bei Frankfurt oder in Bremen. In nur zwei kleineren Anlagen - darunter Brottewitz in Brandenburg - wird Braunkohle verfeuert, in den anderen Steinkohle. Teilweise sollen sie auf andere Brennstoffe umgestellt werden, die auch CO2 erzeugen, wenn auch weniger. Deshalb gibt es keine Einsparungsbilanz.

Deutschland will bis 2038 alle Kohlekraftwerke stilllegen, die 2018 insgesamt rund 199 Millionen Tonnen CO2 ausstießen. Für die Braunkohlekraftwerke wurden mit den  Hauptbetreibern Leag und RWE feste Daten vereinbart, für die vielen Betreiber der rund 130 Steinkohleanlagen entschied man sich für  Ausschreibungen.