Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen dpa/Michael Kappeler

„Nur noch kurz die Welt retten“ – noch nie war der Klimaschutz ein so wichtiges Wahlkampf-Thema wie vor der Bundestagswahl im September. Und noch nie war es so nötig, die Folgen des Klimawandels endlich ernst zu nehmen und mit vereinten Kräften zu bekämpfen, um künftigen Generationen keinen ruinierten Planeten zu überlassen.

Parteien überbieten sich im Kampf fürs Klima

Gerade nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das konkrete Pläne zur Verringerung der Treibhausgase nach 2030 verlangte, überbieten sich geradezu alle Parteien gegenseitig in Sachen Klimaschutz-Maßnahmen. Natürlich auch in der Hoffnung, dadurch vom Erfolg der Grünen ein paar Prozentpünktchen abzuzwacken.

Dabei sind die Grünen gar nicht zu beneiden. Denn schaffen sie es auf die Regierungsbank, sind sie geradezu verdammt zum erfolgreichen Klima-Kampf, in den Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit Pflicht-Solaranlagen auf Dächern und dem Stopp von Kurzstreckenflügen zieht.

Zwar ist Ökologie seit Jahrzehnten Kernthema der Grünen, doch geschehen ist leider nicht allzu viel, wenn sie auf Bundes- oder Landesebene an der Regierung beteiligt waren. In Baden-Württemberg sind Umwelt- und Naturschutzverbände von der grünen Verkehrs- und Klimaschutzpolitik sogar enttäuscht, weil sie der Autoindustrie zu gefällig sei.

Und mit dem ehrgeizigen, fast utopischen Ziel der Koalition, Deutschland schon 2045 statt 2050 klimaneutral zu machen sowie dem Druck der Straße durch Bewegungen wie Fridays for Future liegt die Messlatte für die Öko-Partei nochmals höher.

Das Klimathema ist damit so wichtig wie nie zuvor und für die Grünen auch so gefährlich wie nie zuvor, die eigene Glaubwürdigkeit und Zukunft als Partei bei einem Scheitern für sehr lange Zeit zu verspielen.