Kinder mit einem Erdball: In Neapel gab es während der G20-Konferenz Demos für mehr Klimaschutz imago/Pacific Press Agency/Pasquale Senatore

Die Fachminister  für Umwelt, Klima und Energie der G20-Staaten haben sich bei einem Treffen in Neapel auf keine ehrgeizigeren Klimaziele einigen können. In der Abschlusserklärung fehlt nach Darstellung des italienischen Ministers Roberto Cingolani ein Bekenntnis, die Erderwärmung bereits bis 2030 unter 1,5 Grad zu halten. Mehrere Länder hätten dies abgelehnt.

Darunter China, das mit über 11 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß (2018) die „Weltrangliste“ mit weitem Abstand vor den USA (5,3 Milliarden Tonnen) anführt und mehr, wenn auch moderne Kohlekraftwerke baut als es abschaltet. Deutschland liegt mit 753 Millionen Tonnen auf Platz 6. 

Die G20 bekannte sich aber zum Pariser Klimaabkommen von 2015. Gemeinsames Ziel sei es, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten und die Bemühungen fortzusetzen, sie auf 1,5 Grad zu reduzieren.

UN-Klimachefin Patricia Espinosa mahnte die G20-Gruppe aus führenden Industrie- und Schwellenländern, sie sei allein für 80 Prozent aller globalen Emissionen verantwortlich. Ohne die G20 gebe es keinen Weg zu den 1,5 Grad. Espinosa forderte, bei der Weltklimakonferenz im November in Glasgow mehr Entschlossenheit zu zeigen.  

Das Pariser Klimaabkommen will die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen. Doch schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt. Die Folgen: Je nach Region gibt es mehr Hitzewellen und Dürren sowie starken Regen, Stürme, Unwetter und Überschwemmungen. Auch bei den Anstrengungen in Sachen Naturschutz gab es keine Einigung. So sprachen sich lediglich „einige“ Staaten dafür aus, bis zum Ende dieses Jahrzehnts 30 Prozent der Landes- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen.

Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sagte, bislang hätten die Schwellenländer ihre Rolle vor allem darin gesehen, die Industrieländer dazu aufzufordern, mehr für den Klimaschutz zu tun. Deshalb seien es sehr schwierige Verhandlungen gewesen, auch wenn es positive Signale gegeben habe. Die G20-Staaten hätten erstmals „als Verantwortungsgemeinschaft agiert und die Mission formuliert, gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen“. Außerdem hätten sich alle dazu bekannt, bis zur Konferenz in Glasgow ihre nationalen Klimaziele zu überarbeiten.