Beim Weltklimagipfel wurde auch für Ausgleichszahlungen für klimabedingte Schäden demonstriert.
Beim Weltklimagipfel wurde auch für Ausgleichszahlungen für klimabedingte Schäden demonstriert. dpa/Christophe Gateau

Es war ein langes Ringen, bei dem man als Beobachter nicht immer den Eindruck gewinnen konnte, dass auch wirklich alle Delegierten auf der UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich den Ernst der Klimakrise auch wirklich verstanden haben. Doch nun soll es den Durchbruch gegeben haben .

EU gibt grünes Licht: Einigung beim Weltklimagipfel

„Wir haben eine Einigung gefunden“, hieß es am Samstagnachmittag aus der EU-Delegation. Dabei geht es um die Einrichtung eines Fonds zum Ausgleich klimabedingter Schäden, worauf die Entwicklungsländer lange gedrängt haben. Vorgesehen ist demnach, dass der Fonds dem Ausgleich von klimabedingten Schäden – etwa durch Extremwetter oder Dürrekatastrophen – in besonders betroffenen Staaten dienen soll. Diese Eingrenzung war eine wichtige Forderung der EU und weiterer Industriestaaten gewesen.

Zunächst soll eine Kommission für den Aufbau des Fons eingesetzt werden, über deren Empfehlungen auf der UN-Klimakonferenz 2023 in Dubai beraten werden soll. Allerdings gibt es bei der heiklen Frage der Finanzstruktur und des Einzahlerkreises zunächst keine Festlegungen.

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Auch bleibt offen, ob der Fonds unter dem Dach der UN-Klimarahmenkonvention oder des Pariser Klimaschutzabkommens aufgebaut werden soll.Die Rahmenkonvention orientiert sich an der traditionellen Aufteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Das Pariser Abkommen ist hier offener, was theoretisch auch den Weg für Zahlungen durch Schwellenländer wie China freimachen könnte.

EU hatte ein Platzen der Klimakonferenz erwogen

Zuvor hatte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock vor einem Scheitern der Klimakonferenz gewarnt. „Wir werden keinen Vorschlägen zustimmen, die das 1,5-Grad-Ziel zurückdrehen“, stellte die Grünen-Ministerin zusammen mit dem EU-Kommissionsvize Frans Timmermans. Der bekräftigte, dass es rote Linien gebe, die die EU nicht überschreiten werden und zitierte dann ziemlich frei den deutschen Finanzminister Christian Lindner: „Es ist besser, kein Ergebnis zu haben als ein schlechtes.“

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock beim UN-Klimagipfel in Ägypten.
Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock beim UN-Klimagipfel in Ägypten. Imago/Thomas Trutschel

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Die Weltklimakonferenz war am Freitag in die Verlängerung gegangen, da sich die rund 200 Staaten nicht auf eine Abschlusserklärung einigen konnten.