Die Umweltaktivistin Luisa Neubauer sitzt am Rand des Garzweiler Tagebaus. Fridays for Future ist gegen die Nutzung fossiler Energiequellen. dpa/Young.

Nur ein schlechter Scherz oder eine ernsthafte Drohung? Auf dem Demokratie-Gipfel „Copenhagen Democracy Summit“ in Dänemark spricht sich Klimaaktivistin Luisa Neubauer per Video gegen den Bau einer Ölpipeline aus und sagt dabei witzelnd: „Wir planen, eine Pipeline in die Luft zu jagen ...“

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Luisa Neubauer stellte das Video der Rede selbst auf Twitter ein. Die Reaktion: Empörung, von einer schlimmen Entgleisung wird gesprochen, von angekündigtem Terrorismus.

Fridays for Future kämpft gegen den Bau der East African Crude Oil Pipeline

Die Klimaaktivistin von der Bewegung Fridays for Future hatte kürzlich weitere Proteste gegen Bauprojekte angekündigt. Sie blieb dabei aber im Ungefähren: „Politisch müssen wir auf soziale Kipppunkte hinarbeiten, in denen plötzlich Unwahrscheinliches möglich wird“, sagte Neubauer über ihre Strategie für die Bewegung. Versucht sie jetzt, das Unwahrscheinliche sagbar zu machen?

Konkret sprach Neubauer in Dänemark über die East African Crude Oil Pipeline. Diese Leitung soll in drei Jahren Öl von Ölfeldern in Uganda an die Küste von Tansania transportieren. Mit einer Länge von 1443 Kilometern wäre das dann weltweit die längste beheizte Pipeline.

Klimaaktivist ruft dazu auf, Industrieanlagen zu sabotieren und SUVs zu zerstören

In Kopenhagen sprach die „Fridays for Future“-Aktivistin über Pläne, eine Pipeline zu sprengen. Wortwörtlich sagte sie auf Englisch: „We are planning how to blow up a pipeline“ (übersetzt: Wir planen, wie man eine Pipeline sprengt). Die Formulierung nimmt Bezug auf den Titel eines Buches („How to blow up a pipeline“) des radikalen schwedischen Klimaaktivisten Andreas Malm, der dazu aufruft, Industrieanlagen zu sabotieren und SUVs zu zerstören, um gegen den Klimawandel vorzugehen.

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In Bild nahm Neubauer Stellung zum Kampf gegen die Pipeline: „Das EACOP-Projekt allein würde fast eine halbe Gigatonne CO2 produzieren. Daher arbeiten wir seit Monaten zusammen mit Aktivist:innen aus der Region, also Uganda und Tansania, und auch mit vielen Menschen aus Frankreich gegen die Pipeline, die der französische Konzern Total bauen möchte.“ Doch zur angekündigten Sprengung sagte sie dabei nichts ...