Wird uns ein Teil des Tankrabatts geklaut? Experten haben da so einen Verdacht... dpa/Hauke-Christian Dittrich

Seit diese Woche ist es beschlossene Sache. Der Bundestag am Donnerstag und der Bundesrat am Freitag haben der auf drei Monate begrenzten Steuersenkung für Benzin zugestimmt. 30 bis 35 Cent wird Benzin dadurch günstiger. Bei Diesel sind es immerhin 17 Cent pro Liter.

Inzwischen wachsen aber Zweifel, ob die Entlastung auch in vollem Umfang bei den Autofahrern ankommt. Die Rede ist davon, dass bei den Mineralölkonzernen längst die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen. Vorbereitungen zu unserem Nachteil. Denn ein wesentliches Ziel scheint dabei zu sein: Die Öl-Multis wollen beim Entlastungspaket kräftig absahnen.

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Verdienen beim Entlastungspaket vor allem die Öl-Konzerne? Imago Rolf Poss

Der Trick: Spritpreise vor Steuersenkung anheben

Experten erklären die mögliche Methode so: Die Konzerne könnten die Preise noch im Mai (zu) kräftig anheben. Dann würden sie auch nach Senkung der Spritsteuer richtig Kasse machen. Und keiner merkt es...

Bisher ist das nur ein Verdacht. Was aber auffällt: Schon seit Tagen steigen die Spritpreise kräftig. Laut „Clever tanken“ kostete der Liter Super Ende April im deutschen Durchschnitt noch 1,90 Euro. Aktuell sind es bereits 2,10 Euro.

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Tank-Rabatt wegschlucken

Sogar der Chef des Tankstellenverbands TIV  glaubt an einen weiteren Anstieg bis 1. Juni. „Wir erwarten, dass die Mineralölkonzerne die Preise künstlich nach oben treiben, um den Tank-Rabatt wegzuschlucken, damit trotz Rabatt weiter Kasse gemacht werden kann“, sagte Peter Hengstermann (72) der Bild.

Quelle: ADAC Grafik: dpa

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Dem Bericht zufolge befürchtet man auch beim ADAC Tricksereien der Öl-Multis. „Dass der Benzinpreis in den vergangenen Wochen so stark gestiegen ist, lässt sich durch die Rahmenbedingungen wie Rohölpreis und Dollarkurs nicht erklären“, so ein Sprecher zu Bild. Für den Autoclub sei es eine Tatsache, dass die Spritpreise im Vorfeld des Tankrabatts unverhältnismäßig angehoben würden.

Mineralkonzerne verdoppeln ihren Gewinn

Auch die Politik hat auf den Verdacht bereits reagiert. Hinter den Kulissen sei das Kartellamt alarmiert worden, heißt es. Gebe es einen „hinreichenden Anfangsverdacht für unzulässige Absprachen“ werde die Aufsichtsbehörde einschreiten.

Dass die Öl-Multis aus Krisen Kapital schlagen, haben sie zuletzt bewiesen. Zu Beginn des Krieges in der Ukraine wurde richtig abkassiert. Laut übereinstimmenden Berichten haben die großen Mineralölkonzerne ihre Gewinn zwischen Januar und März im Durchschnitt verdoppelt.