Fast 80 Prozent der befragten Bundesbürger sind für die Öffnung von Kitas und Schulen. Foto: Imago/Michael Weber

In der Politik kommen vermehrt Stimmen für eine Rückkehr der Kinder in Kitas und Schulen ab Mitte Februar auf. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Bild am Sonntag ist auch die Mehrheit der Deutschen dafür. 78 Prozent der Befragten sprechen sich demnach für eine Öffnung von Schulen und Kitas aus, 20 Prozent dagegen.

Für eine Öffnung des Einzelhandels sind 73 Prozent der Befragten (25 Prozent dagegen), für eine Öffnung von Hotels und Gaststätten 62 Prozent (34 Prozent dagegen). Lediglich Kinos, Theater und Museen will demnach eine Mehrheit von 56 Prozent geschlossen halten. Für die Umfrage befragte Kantar am 4. Februar 506 Menschen am Telefon.

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Lehrerverbände und Gewerkschaften haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten aufgefordert, bei ihrer Sitzung am Mittwoch einen einheitlichen Stufenplan mit verbindlichen Kriterien für Schulöffnungen zu verabschieden.

Verbände fordern Stufenplan zur Öffnung

„Schulen sind nicht auf Knopfdruck zu öffnen“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie forderte einen „vorsichtigen, klugen und klaren Stufenplan, der am Pandemiegeschehen und am Grad der Sicherheit für alle an den Schulen Beteiligten orientiert ist“.

Auch die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, forderte einen bundesweit einheitlichen, verlässlichen Stufenplan. „Mit diesem hätten Länder, Kreise und Städte dann mit Blick auf das Infektionsgeschehen vor Ort die Möglichkeit, flexibel zu agieren. Das föderale Durcheinander muss endlich beendet werden.“

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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hält eine Öffnung von Schulen vorerst nur in Ausnahmefällen für möglich. Eine flächendeckende Rückkehr zum Präsenzunterricht „dürfte momentan wegen der allgemeinen Infektionslage vermutlich noch verfrüht sein“, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Vielleicht kann mit großer Vorsicht ein erster Schritt gegangen werden.“

Für Kitas und Schulen sind die Bundesländer selbst zuständig. Ein deutschlandweit einheitliches Vorgehen wird zwar immer wieder diskutiert, ist aber wegen der unterschiedlichen Interessen in den Ländern kaum durchsetzbar.