Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind.  dpa/Sebastian Gollnow

Kinderärzte und Kinderkliniken haben eindringlich vor einer Überlastung durch eine große Welle von Virus-Infektionen gewarnt. Einige sehen sich mit ihren Kapazitäten am Limit. Der Ansturm auf die Praxen sei kaum zu bewältigen, heißt es.

Immunsystem von Kindern schlechter trainiert als vor Corona

Grund dafür ist laut Experten neben dem Corona- vor allem das RS-Virus, das Atemwegserkrankungen auslöst. Wegen der Lockdown-Maßnahmen, der Kontaktbeschränkungen und der Maskenpflicht in den vergangenen Monaten sei das Immunsystem vieler Kinder schlechter trainiert als gewöhnlich, weil sie in den vergangenen zwei Jahren keine Infektionen durchgemacht hätten.

Berliner Charité schlägt ebenfalls Alarm

Auch die Berliner Charité schlug bereits Alarm. Der RBB zitiert aus einem Brandbrief von Kinderärzten, wonach manche Patienten bis zu sieben Stunden warten müssten und Kinder ohne lebensbedrohliche Lage kaum noch versorgt werden könnten.

Wie der SWR berichtet, sagte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) auf einer Digitalkonferenz mit Kinderärzten, ein Kollaps des Systems müsse unbedingt verhindert werden.