Die Chemikalien lösen Juckreiz aus, auch Rötungen und Bläschen sind häufig zu beobachten. Foto: Imago Images/Panthermedia

Berlin - Juckende Haut, Rötungen und Bläschen - das können die Merkmale einer Kontaktallergie sein. Jeder fünfte in Europa leidet darunter. Verantwortlich dafür können Duft- und Konservierungsstoffe wie zum Beispiel Lysmeral, MIT, CIT oder Bisphenol A sein, die sich in Spielzeug, Kosmetika oder auch in Weichspüler verbergen. Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass fast alle Kinder Reste davon im Körper haben.

Für ihre Studie hat das Umweltbundesamt den Urin von 2500 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren auf Abbauprodukte solcher Chemikalien getestet, wie die ARD berichtet. Das Ergebnis: Bei fast allen Kindern wurden Stoffe nachgewiesen, die allergen wirken oder im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, die dem ARD-Hauptstadtstudio exklusiv vorliegt.

Mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ressort Politik und Wirtschaft finden Sie hier >>

Häufig seien Kinder und Jugendliche mit einer Mischung der Chemikalien belastet und man wisse nicht, wie die Stoffe in Kombination wirken, so Toxikologin Marike Kolossa-Gehring vom Umweltbundesamt zur ARD.

Allergieauslösende Chemikalien lauern zum Beispiel in Kinderspielzeug. Foto: Jens Kalaene/dpa

Dass trotz der geltenden Grenzwerte für bestimmte Chemikalien Abbauprodukte bei fast allen Kindern nachgewiesen wurden, sieht Kolossa-Gehring kritisch. Denn bei allergieauslösenden Chemikalien sei das Problem: „Wenn ein Stoff im Prinzip eine Allergie auslösen kann, dann kann er das bei sehr unterschiedlichen Konzentrationen tun und einige Leute sind sehr empfindlich.“

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Bettina Hoffmann, fordert eine bessere Kennzeichnung von Allergenen. Stoffe wie MIT, allergene Duftstoffe und Chrom in Kinderkosmetik, Bastelmaterialien, Beißringen, Schnullern und weiteren Produkten, die für Kinder bestimmt sind, müssten verboten werden, so Hoffmann.

SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich  räumte ein, dass es beim Thema Allergien Nachholbedarf gebe. Man habe sich zwar auf EU-Ebene für das Verbot von Weichmachern und anderen Stoffen eingesetzt, aber der Beschluss stehe noch aus.