In Bayern und Sachsen-Anhalt fällt die Maskenpflicht im ÖPNV
In Bayern und Sachsen-Anhalt fällt die Maskenpflicht im ÖPNV dpa/Julian Rettig

Oh, die Freiheit winkt! In Bayern und Sachsen-Anhalt muss man in Kürze keine Maske mehr tragen, wenn man in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs unterwegs ist. Toll, nicht wahr?

Zuletzt 188 Corona-Tote in Deutschland innerhalb von 24 Stunden sind offenbar in den Augen der verantwortlichen Politiker eine zu vernachlässigende Größe. Tod, Long Covid, irre Krankenhauskosten („Huch, meine Krankenkasse wird schon wieder teurer“) und massenhafter Ausfall von Arbeitskräften wiegen in München (CSU) und Magdeburg (CDU) nichts gegen die entsetzliche Zumutung, für eine halbe Stunde eine Maske aufsetzen zu müssen.

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Deshalb muss man auch nicht daran denken, dass auch kleine Kinder in Bussen und Bahnen unterwegs sind, die man der lieben Freiheit willen mit den hübschen RS-Viren behusten kann. Werden sie dann krank, darf man von Seiten der Union und der FDP wieder auf die billige Tour den SPD-Gesundheitsminister anpöbeln, warum denn die Kinderkliniken überlaufen.

Keine Berücksichtigung findet bei der Entscheidung, dass Masken auch Schutz gegen die echte Grippe darstellen. Jene potenziell tödliche Krankheit, die einen Infizierten teilweise für Wochen völlig fertig macht, mit hohem Fieber, Schmerzen und möglichen Folgeerkrankungen unter anderem des Herzens. 

Verantwortungslosigkeit, als „Eigenverantwortung“ verbrämt

Weil jetzt der FDP-Chef, Bundesfinanzminister und Dienstwagen-Hintensitzer Christian Lindner angesichts der Entscheidungen in Bayern und Sachsen-Anhalt jetzt von mehr „Eigenverantwortung“ faselt, sollte man ihn aufklären: „Eigenverantwortung“ umfasst die Verantwortung für andere Menschen eben nicht.

Jeder, der im Bus oder in der Bahn maskenlos sein Gegenüber anniest oder -hustet, handelt dementsprechend verantwortungslos.

Freiheit gibt es da nur für Viren und Bakterien.