2G-Regel und 2G-plus: Wann werden diese Beschränkungen auch in Deutschland endlich aufgehoben? dpa/Marijan Murat

Dänemark lässt die Corona-Regeln trotz hoher Inzidenzen fallen, Norwegen, Österreich und Großbritannien machen sich locker. Und auch in Deutschland werden die Rufe nach einer Rücknahme von Corona-Beschränkungen lauter. Doch wann ist es auch bei uns endlich so weit? Wird Deutschland in Europa „Bummelletzter“ auf dem Weg in ein freies Leben wie vor der Pandemie?

Zwei Wochen vor der nächsten Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage am 16. Februar hat jetzt Justizminister Marco Buschmann (FDP) in Aussicht gestellt, dass im März viele Corona-Beschränkungen zurückgenommen werden. Voraussetzung sei, dass ab Mitte Februar die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder sinkt, sagte der FDP-Politiker der Rheinischen Post. Auch dürften keine neuen Virusvarianten auftauchen, die die Lage wieder komplett veränderten, so Buschmann mit Blick auf den grassierenden Omikron-Subtyp BA.2.

Marco Buschmann, Bundesminister der Justiz, will schon im März lockern. imago/photothek

Auf die Frage, welche Lockerungen er sich vorstellen könne, sagte Buschmann, man müsse fragen, ob die 2G-Regel im Einzelhandel noch zu begründen sei. Damit haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu Geschäften.

Bundesländer drängen auf Öffnungsschritte

Die Corona-Infektionszahlen lassen derzeit jedoch kaum auf schnelle Öffnungsschritte hoffen. Die Gesamtzahl in Deutschland hat die Marke von 10 Millionen überschritten. Binnen eines Tages kletterte die Zahl laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit 208.498 Fällen erneut auf einen Höchststand.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hält trotzdem eine weitere Rücknahme von Schutzmaßnahmen ab März für möglich, Schleswig-Holstein schafft zum 9. Februar die 2G-Regel in Geschäften ab. Auch Bayern drängt darauf, am 16. Februar über Lockerungen zu entscheiden. „Wir müssen eine Perspektive vorstellen, Stück für Stück die Einschränkungen des täglichen Lebens zu reduzieren – im Handel, in der Gastronomie, in Kultur, Sport, Freizeit“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.

Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte fordert Öffnungsperspektiven: „Da wir im Moment eine stabile Situation in den Krankenhäusern haben, ist es, glaube ich, der richtige Zeitpunkt, über Lockerungen zu diskutieren – noch nicht: sie umzusetzen.“ Öffnungsschritte könne es erst geben, wenn der Scheitelpunkt der Omikron-Welle überschritten sei und man sehe, dass die Krankenhäuser nicht überlastet seien, pflichtete ihm der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, in der Rheinischen Post bei. „Im Moment sieht es gut aus.“

Virologe Drosten sieht Lockerungen erst nach Ostern

Ganz anders sieht das Baden-Württembergs Landeschef Winfried Kretschmann. Der Grüne sieht mindestens bis Mitte April keine Chance für das Ende von Corona-Beschränkungen. Eine Debatte über Exitstrategien vor Ostern sehe er überhaupt nicht, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. „Wir brechen keine Debatte über Exitstrategien vom Zaun – das wäre völlig unangemessen und das völlig falsche Signal.“

Der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité sieht keine Chance für mehr Freiheiten vor Ostern. dpa/Kay Nietfeld

Auch der Virologe Christian Drosten bremst Öffnungs-Befürworter kräftig aus. Wegen der großen Impflücke gebe es in Deutschland anders als in Dänemark noch keine Entwarnung. Voraussichtlich bis Ostern, wenn die Temperaturen steigen, müssten die Maßnahmen noch beibehalten werden, mahnt Drosten in seinem Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info.

Lesen Sie auch: Corona-R-Wert sinkt unter 1! Ist das schon der Wendepunkt der Omikron-Welle? >>

Erst dann vermutet der Virologe eine Entspannung der Pandemie-Lage. „Wir haben eindeutig den Befund, dass die Übertragungen im Moment aus dem Schulbetrieb gespeist werden. Da werden spätestens die Osterferien den Riegel vorschieben“, sagt Drosten. „Zudem wird es wärmer sein nach Ostern und die Inzidenz wahrscheinlich nicht mehr so stark an Fahrt aufnehmen.“