Ein Kater kandidiert für den Bundestag: Eigentlich ein Missverständnis, doch nun steht er auf dem Stimmzettel. dpa/Christoph Schmidt

Ein Haustier als Polit-Kandidat? Solche Gags kennt man aus den USA. So wird die Kleinstadt Idyllwild in Kalifornien von Max II regiert, einem Golden Retriever. In Deutschland sollte so etwas nicht möglich sein, denkt man. Doch wer in der brandenburgischen Gemeinde Niederer Fläming (Teltow-Fläming) zur Wahl geht, findet eine Katze auf dem Wahlzettel. Wie ist das möglich?

Das Tier ist ein Kater namens „Bobby“ und gehört einem parteilosen Tierpfleger, Michael Gabler. Der zieht nämlich mit seinem Kater in den Bundestagswahlkampf.

Kater „Bobby“ ist ausgebüxt, ihm ist der Rummel zu viel

Der Einzelbewerber im Wahlkreis 62 habe als Kennwort diesen Namen angegeben, bestätigte Kreiswahlleiter Alexander Nagel am Mittwoch. Solch ein Kennwort müssten Einzelbewerber anstelle einer Partei angeben, um den Wählern eine Einordnung möglich zu machen. So wählten andere Einzelbewerber auf der Liste mit 16 Direktkandidaten die Bezeichnungen „Demokratie verteidigen“ und „Bürger bewirbt sich als freier Direktkandidat“.

Zuerst hatte die Märkische Allgemeine berichtet. Der Zeitung erklärte Gabler die Wahl der Bezeichnung mit einem Missverständnis. Er habe angenommen, dass es sich bei dem Kennwort um einen Code handele, mit dem er sich bei telefonischen Anfragen ausweisen könne. Doch nun sind die Stimmzettel gedruckt und der Tierpfleger zieht mit „Bobby“ in den Wahlkampf. Dem Kater ist der Rummel aber offenbar zu viel. „Er ist jetzt seit zwei Wochen weg, ich mache mir Sorgen“, sagte Gabler der Zeitung. „Das hat er noch nie gemacht.“