Gesundheitsminister Spahn zieht einen früheren Beginn der Weihnachtsferien in Erwägung (Symbolbild). Foto: PA Wire/Jonathan Brady

Politiker schwören die Bevölkerung bereits darauf ein, dass Weihnachten, so wie wir es gewohnt sind, in Corona-Zeiten nicht stattfinden wird. Bereits jetzt steht fest: Weihnachtsmärkte fallen weitestgehend aus, Kontaktbeschränkung werden wohl auch nach dem bislang geplanten Ende des Lockdowns Light, Ende November, fortbestehen. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: Kein Spielraum für Corona-Lockerungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht angesichts der gegenwärtigen Corona-Infektionszahlen noch keine Möglichkeit für eine Lockerung der Beschränkungen. "Die Zahlen, die wir jetzt haben, reichen bei weitem nicht aus. Wir haben maximal eine leichte Seitwärtsbewegung erreicht", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". "Wir werden sehen, zu welchen Entscheidungen wir am kommenden Montag kommen müssen." An diesem Tag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder ein Zwischenfazit des Teil-Lockdowns ziehen.

"Wenn es uns nicht gelingt, tatsächlich wieder substanziell nach unten zu kommen - das heißt: 50 Infizierte je 100 000 Einwohner über sieben Tage - dann werden das schwierige Monate, die vor uns liegen", so Kretschmer. Man sei erst eine Woche im Teil-Lockdown, es könne sich also noch einiges verändern. Dann diskutiere man anders. "Aber die Erwartung war ja, dass die Zahlen so nach unten gehen können, dass man tatsächlich wieder Gastronomie öffnen kann, dass wir Weihnachtsmärkte vielleicht in einer anderen Form haben, dass wir Gottesdienste haben können. Das kann man anhand der jetzt vorliegenden Zahlen noch nicht sehen."

CDU-Generalsekretär Ziemiak: kein normales Weihnachten

Angesichts der derzeitigen Corona-Infektionszahlen rechnet CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nicht mit einem normalen Weihnachtsfest. "Weihnachten wird nicht so wie in den vergangenen Jahren", sagte Ziemiak am Mittwoch in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". Wie und mit welchen Regeln gefeiert werde, könne man noch nicht sagen. Die Zahl der Neuinfektionen sei noch sehr hoch. "Die nächsten Wochen und Monate, das werden jetzt die schwierigsten sein. Aber es gibt Grund zur Hoffnung, dass diese Zeit absehbar ein Ende haben wird."

NRW-Ministerpräsident Laschet: Weihnachtsferien früher starten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich offen für einen früheren Start der Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie gezeigt. „Das ist sicherlich ein Teil der Debatte, auch für Montag oder auch für die Folgewochen“, sagte Spahn am Mittwoch den Fernsehsendern RTL und n-tv mit Blick auf die Corona-Beratungen von Bund und Ländern am kommenden Montag. Einen früheren Start in die Weihnachtsferien hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ins Gespräch gebracht.

Spahn sagte zu der Diskussion um mögliche Änderungen bei den Ferienterminen, für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig. „Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben“, sagte der Gesundheitsminister zum Vorstoß Laschets.

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Der NRW-Ministerpräsident hatte in einem Video-Chat mit Lesern des Kölner Stadt-Anzeigers gesagt, ein früherer Ferienbeginn könne in Erwägung gezogen werden, „um Familien mit mehreren Generationen ein unbeschwerteres Weihnachtsfest zu ermöglichen, wenn die Corona-Fallzahlen im Dezember weiter auf einem hohen Niveau bleiben sollten“. Weihnachten habe in den meisten Familien „eine sehr hohe Bedeutung, da wollen die Menschen Begegnungen haben, beisammen sein, gemeinsam Zeit verbringen“, sagte Laschet.

Der CDU-Politiker hob zugleich hervor, dass konkrete Entscheidungen über Weihnachten derzeit noch nicht anstünden. „Dazu müssen wir die Entwicklung der Infektionszahlen abwarten“, sagte Laschet.

Ein Thema bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Montag wird laut Spahn auch eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen sein. Er zeigte sich offen für den Vorschlag von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), diese Pflicht auf alle Schulen auszuweiten. Er wisse, dass Masken im Unterricht belastend seien. „Die Alternative ist in vielen Regionen, die Schulen zu schließen - und ich bin sehr sicher, wenn die Wahl ist Maske tragen oder keine Schule, dann lieber Maske tragen“, sagte Spahn.