Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, will erneut für die Parteispitze antreten. dpa/Philipp von Ditfurth

Vorentscheidung bei der SPD: Die derzeitige Vorsitzende Saskia Esken will erneut für die Parteispitze antreten. Sie sehe ihre Aufgabe darin, die SPD zu modernisieren und ihre Werte zu stärken, sagte sie der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. „Ich habe mich daher entschieden, meine Bewerbung für das höchste Parteiamt zu erneuern.“

SPD-Co-Chef Norbert Walter-Borjans hatte am Freitag seinen Rückzug angekündigt. Damit stand Esken unter Zugzwang. Auch wer ihr künftiger Partner einer Doppelspitze werden soll, zeichnet sich ab. Als eine wahrscheinliche Lösung gilt, dass sich Generalsekretär Lars Klingbeil als Teil einer Doppelspitze um das Spitzenamt bewirbt. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig war zuletzt dafür im Gespräch.

Lars Klingbeil als Co-Parteichef wahrscheinlich

Mit der Ankündigung Eskens deutet sich die Klärung der ersten offenen personellen Frage bei der Regierungsbildung an. Denn Esken war bisher ebenso wie Klingbeil auch für ein Ministeramt im Gespräch. Wenn sie das neue Vorsitzendenduo bilden, fielen beide als Teil einer künftigen Regierung aus. In der SPD gilt es nämlich als ausgemacht, dass das Spitzenamt in der Partei und ein Ministerposten weiterhin nicht zusammenfallen sollen, auch wenn dies satzungsmäßig möglich wäre.

Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass sich auch Bewerberinnen oder Bewerber für den Posten des SPD-Bundesvorsitzenden melden, die bisher nicht gehandelt werden. Die Parteichefs sollen auf einem SPD-Parteitag vom 10. bis 12. Dezember gewählt werden.