Die Ukraine bat den Westen bisher vergeblich, Kiew bei der Beschaffung von Kampfflugzeugen zur Bekämpfung der russischen Invasion zu unterstützen. dpa/Alexander Ermochenko

Ein Mann mit Sonnenbrille steht in Pilotenkleidung vor den Trümmern am Boden zerstörter ukrainischer Kampfflugzeuge. Er brauche ein Kampfflugzeug, um damit Panzer und Kriegsverbrecher zu vernichten, sagt er. Die Szene gehört zu einem Video, das derzeit im Internet Furore macht. Mit dem Clip sammeln ukrainische Piloten offenbar Spenden – für Kampfjets. Mit der Aktion „Kauf mir einen Kampfjet“ wollen sie vor allem wohlhabende Unterstützer ansprechen.

Piloten suchen Kampfjets für ihre Luftwaffe

Knapp sieben Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs starteten die ukrainischen Piloten die Kampagne zum Kauf von Kampfflugzeugen für ihre Luftwaffe. Auf der zugehörigen Website werden Länder mit vorhandenen Flugzeugen sowjetischer Bauart vor allem aus dem ehemaligen Ostblock gelistet, denen Jets abgekauft werden könnten. Die Piloten seien auch bereit, das Fliegen mit Kampfjets westlicher Typen von der schwedischen JAS 39 Gripen bis hin zur amerikanischen F-35 zu lernen, heißt es in dem Video.

Die Ukraine fordert immer wieder mit Nachdruck die Lieferung von Waffen und Militärtechnik aus dem Ausland, um sich weiter gegen russische Angreifer verteidigen zu können. Bereits Anfang April hatte der amerikanische Schauspieler Sean Penn Millionäre gebeten, für die Ukraine Flugzeuge zu kaufen.

Waffen für die Ukraine im Wert von 1,3 Milliarden Dollar

Die USA kündigten am Mittwoch an, sie wollten der Ukraine weitere Waffen und Munition im Wert von bis zu 800 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) liefern. Darunter seien Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber.

US-Präsident Joe Biden erklärte nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die bisherigen Waffenlieferungen seien für die Ukraine entscheidend gewesen, um dem russischen Angriff standzuhalten. Die neuen Lieferungen sollen die Ukraine demnach insbesondere angesichts des befürchteten russischen Großangriffs im der östlichen Donbass-Region unterstützen.

Die EU hatte zuvor angekündigt, sie werde weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Auch dies begründete der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell mit der erwarteten russischen Offensive im Osten der Ukraine. Der britische Verteidigungsstaatssekretär James Heappey forderte Berlin auf, schwere Waffen an die Ukraine zu liefen. „Wenn der Übergang zu einer konventionellen Kriegsführung auf offenem Gelände kommt, dann braucht es gepanzerte Fahrzeuge und Kampfjets“, sagte der konservative Politiker der Welt.