Gesundheitsminister Karl Lauterbach macht im ZDF bei Markus Lanz eine Rolle rückwärts in Sachen freiwillige Corona-Quarantäne. ZDF

Jetzt also doch: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) macht eine Rolle rückwärts, ist nun doch gegen eine Freiwilligkeit bei der Isolation von Corona-Infizierten und gesteht einen Fehler ein. „Die Beendigung der Anordnung der Isolation nach Corona-Infektion durch die Gesundheitsämter zugunsten von Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen“, schrieb er am Dienstagabend auf Twitter. „Hier habe ich einen Fehler gemacht. Das entlastet zwar die Gesundheitsämter. Aber das Signal ist falsch und schädlich.“

Karl Lauterbach nimmt Freiwilligkeit bei Corona-Quarantäne zurück

Zuvor hatte Karl Lauterbach in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ die Kehrtwende angekündigt. Wörtlich sagte er: „Das Signal, das davon ausgeht, dass jemand, der isoliert ist, dann selbst entscheidet, ob er zu Hause bleibt oder nicht, das ist so negativ, so verheerend, obwohl es nicht kontrolliert werden kann, dass man an diesem Punkt also eine Veränderung machen muss tatsächlich. Ich glaube, dass das zwar den Gesundheitsämtern helfen würde, dass der symbolische Schaden aber – ‚Corona ist nicht mehr so gefährlich‘ – so verheerend ist, dass man diese Isolationsordnung so nicht machen kann. Ich werde das morgen, also diesen Punkt, also dass die Infizierten, das die sich, sage ich mal, selbst isolieren und nicht mehr durch die Gesundheitsämter aufgefordert werden, den werden ich wieder einkassieren.“

„Ist das jetzt die Ankündigung?“, hakte Markus Lanz nach.

„Ja, das ist quasi die Ankündigung. Das wird morgen noch offiziell werden“, bestätigt der Gesundheitsminister.

Karl Lauterbach gesteht Fehler ein

Dann gesteht er einen Fehler ein: „Man muss als Minister auch in der Lage sein, Dinge, die nicht gut gelaufen sind, zu korrigieren. Das Signal, was dann rüberkommt, ist: Lauterbach sagt also, Quarantäne und Isolation sind nicht mehr nötig. Corona ist harmlos. Das heißt, die Massage, die da mitläuft, die Nachricht, die da mitläuft, ist: Lauterbach hält das jetzt für harmlos. Und das schadet mehr als die Überlastung.“

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Montag darauf geeinigt, dass sich Corona-Infizierte ab dem 1. Mai nicht mehr verpflichtend in Isolation begeben. Die neuen Quarantäne- und Isolationsregeln sollten dann auf „Freiwilligkeit“ beruhen. An der Neuregelung hatte es scharfe Kritik von der Opposition und Sozialverbänden gegeben.