Will sein Amt abgeben: Kardinal Rainer Maria Woelki. dpa/Federico Gambarini

Überraschung in Köln: Kardinal Rainer Maria Woelki ist am Mittwoch zwar wie angekündigt in sein Amt als Erzbischof zurückgekehrt, doch offenbar nur auf Probe. Er hat Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten.

Der Papst werde zu gegebener Zeit darüber entscheiden, teilte das Erzbistum Köln am Mittwoch mit. Zunächst habe der Papst Woelki angewiesen, seinen Dienst als Erzbischof von Köln wie geplant am Mittwoch wieder aufzunehmen.

Papst wird über Amtsverzicht zu gegebener Zeit entscheiden

In einem Brief an die Gläubigen des Erzbistums warb Woelki gleichsam um eine zweite Chance. Er bat die Kirchenmitglieder um Offenheit und plädierte für einen Neuanfang. „Dafür möchte ich in den kommenden Wochen und Monaten die Begegnung mit möglichst vielen von Ihnen suchen“, schrieb Woelki. Gleichzeitig bedauerte er die schwierige Situation im Erzbistum: „Es tut mir leid, dass diese Zeit für viele Menschen in unserer Kirche eine so belastete Zeit ist.“

Papst hatte Woelki „große Fehler“ bescheinigt

Woelki hatte die Auszeit angetreten, nachdem ihm Papst Franziskus „große Fehler“ vor allem in seiner Kommunikation bescheinigt hatte. Das Erzbistum Köln befindet sich in einer Krise, seit Woelki 2020 entschieden hatte, ein Gutachten über den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch zunächst nicht zu veröffentlichen.

Er führte rechtliche Gründe dafür an und gab ein neues Gutachten in Auftrag. Im Zuge dieser Entscheidung kam es zu einer immer stärkeren Entfremdung zwischen dem Kardinal und den wichtigsten Gremien des Erzbistums.