Im öffentlichen Bereich ja, in Wohnungen nein: so sollen Corona-Kontrollen laufen. Foto:
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Kanzleramtsminister Helge Braun erteilt Kontrollen zur Einhaltung der Corona Maßnahmen im privaten Bereich eine Absage. „Keine proaktiven Kontrollen im Privatbereich, aber sehr deutliche Kontrollen im öffentlichen Bereich“, sagte er am Freitag im Bayerischen Rundfunk. „Alle müssen sich wirklich sehr, sehr konsequent an die Regeln halten.“ Braun verwies darauf, dass die am Mittwoch Woche beschlossenen Corona Maßnahmen Mitte November auf den Prüfstand gestellt würden.

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Es sei wichtig, dass die Gesundheitsämter es wieder schaffen, die Infektionsketten nachzuverfolgen, sagte Braun. „Das ist uns gelungen bis zu dieser berühmten Inzidenz von 50 und die sollten wir auch wieder erreichen, damit wir wieder Stabilität bekommen.“ Mit Blick auf die Zwischenbilanz Mitte November fügte er hinzu: „Und deshalb sollten wir zur Halbzeit wenigstens sehen, dass die Kurve wendet, dass es statt rauf stabil zur Seite oder runter geht.“

„Auf private Besuche möglichst verzichten.“

Braun appellierte an die Bevölkerung: „Im November sollte man auf private Besuche möglichst verzichten.“ Hoffnung machte er aber für den Dezember: „Wir können nicht jede Art von Normalität ab 1. Dezember versprechen, aber eine Normalität, die Kultur wieder möglich macht, die das Weihnachtsgeschäft wieder möglich macht und die zu Weihnachten unsere persönlichen Begegnungen mit Freunden und Familie wieder möglich macht, das ist unser erklärtes Ziel.“

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Die Debatte über Kontrollen in privaten Räumen war insbesondere durch Äußerungen des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach entfacht worden. Lauterbach hatte in einem Interview gesagt, die Unverletzbarkeit der Wohnung dürfe kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein. „Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können“, hatte Lauterbach in der „Rheinischen Post“ vom Mittwoch gefordert.